Münchens tapferster Wiesn-Kellner

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Bekam im Hacker-Zelt sauber eine eingeschenkt, schenkte aber trotzdem weiter aus: Jürgen (42) kellnert mit einer schweren Kieferprellung.

München - Brutal und ohne jede Vorwarnung wurde er von einem Gast K.o. geschlagen und servierte dennoch sofort weiter: Der 42-jährige Jürgen ist Münchens tapferster Kellner.

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Breite Schultern und kräftige Arme, die viele Masskrüge auf einmal schleppen können – keine Frage: Jürgen Bleibinhaus ist gut beinander. Trotzdem musste der 42-jährige Kellner aus dem Hacker-Zelt jetzt eine besonders harte Erfahrung machen: „Ich habe im Himmel der Bayern wirklich Sterne gesehen“, erzählt der Germeringer der tz. Das Erlebnis war jedoch alles andere als romantisch: Ein Gast hatte ihn K.o. geschlagen. Brutal und ohne jede Vorwarnung. „So etwas hab’ ich in acht Jahren auf der Wiesn noch nie erlebt“, erinnert sich Jürgen.

Die Attacke – schlimmes Ende eines an für sich harmlosen Zwischenfalls. Bleibinhaus bediente am Montagabend in der Boxe 16. Ein Gast torkelte sturzbetrunken durch den Gang, verschüttete mehrmals Bier und belästigte Jürgens Gäste. Daraufhin hakte sich der Kellner bei der Rauschkugel unter, bemühte sich, den Mann charmant, aber bestimmt aus dem Zelt zu lotsen. Plötzlich löste sich der Gast von Jürgens Arm, schlug dem Kellner mit brutalster Härte gegen den Unterkiefer. Er hatte keine Chance, ging sofort auf die Bretter. Sicherheitsleute übergaben den Schläger der Polizei, und Jürgen schaute nach seiner Schicht noch bei den Sanis vorbei. Diagnose: Starke Stauchungen und Prellungen am Unterkiefer. „Meine Frau war geschockt, als ich nachts mit dem geschwollenen Gesicht nach Hause kam“, berichtet Jürgen.

Am nächsten Morgen fühlte er sich, als ob ihm ihn ein Pferdefuhrwerk über den Kopf gefahren wäre. Aber Bleibinhaus blieb nicht zu Haus, er erschien am Dienstag pünktlich wieder zum Dienst. Die tz meint: Hut ab vor Münchens tapferster Bedienung!

Andreas Beez

Quelle: oktoberfest.bayern

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