Familienreise endet für gesuchten Kokainschmuggler (37) im Knast

Der Osterausflug mit der Familie nach Frankreich endete unerwartet in Landshut. Ein Kroate musste am Ostersonntag (17. April) bitter erfahren, dass man vor dem Gefängnis auch dann nicht sicher ist, wenn man auf seinen Reisen auch einen großen Bogen um das Land macht, in dem einem Gesetzesübertretungen vorgeworfen werden. Der Mann (37) war mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Die Strafverfolgungsbehörden in den USA werfen ihm Kokainschmuggel in großem Stil vor.
Die Pressemitteilung der Bundespolizei im Wortlaut:
Bundespolizisten im Erdinger Moos vollstreckten den Haftbefehl aus den Vereinigten Staaten am späten Ostersonntag (17. April), als der Gesuchte mit Freundin und Tochter aus seinem Geburtsland nach Paris unterwegs war. Tags darauf haben die Grenzpolizisten den Festgenommenen nach Haftantrag durch die Generalstaatsanwaltschaft in München dem Haftrichter in Landshut vorgeführt und anschließend auf dessen Weisung in die Landshuter Haftanstalt eingeliefert.
Statt Paris ist der Mann im Knast gelandet
Über Ostern kurz mit Freundin und Tochter nach Paris. Wer würde das nicht wollen. Der junge Kroater (27) musste am Ostersonntag in München allerdings umplanen. Der Südosteuropäer hatte nämlich einen offenen Haftbefehl im Gepäck. Daher klickten auf dem Weg von Zadar in die Stadt der Liebe beim Umstieg im Erdinger Moos die Handschellen. Bundespolizisten hatten bei der Kontrolle des Mannes eine internationale Fahndungsnotiz entdeckt. Die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden hatten die Polizeibehörden weltweit über Interpol bereits im Herbst 2016 um die Festnahme des Mannes gebeten.
Eine lange kriminelle Geschichte
Die Justiz im US-Bundesstaat Florida wirft dem gebürtigen Kroaten vor, im November 2014 zusammen mit mehreren Komplizen per Kleinflugzeug 220 Kilogramm Kokain aus Venezuela in den Sunshine State geschmuggelt zu haben. Zwei Täter konnten damals von den Bundesbehörden beim Entladen der wertvollen Fracht am Flughafen in Fort Lauderdale festgenommen werden. Ursprünglich sollen die Kriminellen geplant haben, bei dem Flug sogar 500 Kilo des weißen Pulvers zu transportieren. Dies soll allerdings an der Versteck-Kapazität des kleinen Flugzeuges gescheitert sein.
Nachdem der Kroate wohl für die Vorbereitung des Flugzeuges verantwortlich war und nicht in den USA verweilte, erließ ein Richter am Southern District Court of Florida im September 2016 gegen den heute 37-Jährigen einen Haftbefehl, mit dem die Strafverfolger in den USA mit einer sogenannten Red Notice über Interpol nach dem Untergetauchten suchten.
Die Familie musste auf den gemeinsamen Urlaub verzichten
Diesen Haftbefehl vollstreckten Bundespolizisten am Münchner Airport nun und nahmen den Gesuchten fest. Seine Freundin musste mit seiner Tochter die Reise nach Paris alleine antreten.
Dem Schmuggler droht die lebenslange Haft
Nach Haftantrag der für das Auslieferungsverfahren zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in München haben die Bundespolizisten den Wahl-Ecuadorianer am Ostermontag dem Jourdienst beim Amtsgericht Landshut vorgeführt und anschließend auf richterliches Geheiß in die Justizvollzugsanstalt Landshut-Berggrub gebracht. Im Falle einer Auslieferung erwartet den 37-Jährigen lebenslange Haft.