Randalierer wollen Münchner Polizei in Falle locken und attackieren Rettungskräfte

„Wir kommen, um zu helfen, und müssen uns beleidigen und angehen lassen"

  • schließen
  • Martina Hunger
    Martina Hunger
    schließen

München - Bereits zwei Samstage in Folge mussten Einsatzkräfte zum Englischen Garten in München ausrücken. Doch ein "normaler" Einsatz für die Einsatzkräfte war es nicht: Sie wurden während der Vorsorgung eines Patienten gestört, beleidigt und mit Flaschen beworfen. 

Am Samstagabend gingen bei der Münchner Einsatzzentrale immer wieder Anrufe ein, die über größere Schlägereien im Englischen Garten berichteten. Alle gemeldeten „Schlägereien“ konnten nicht bestätigt werden. Wie die Münchner Polizei berichtet, soll es sich um verabredete „Schaukämpfe“ gehandelt haben

Zu dem Einsatz sind nun neue Details ans Licht gekommen. Wie die tz nun berichtet, hätten immer wieder Menschen den Notruf gewählt und von Schlägereien berichtet. Doch das stimmte nicht. Die jugendlichen Randalierer wollten mit den Anrufen offenbar ganz gezielt die Polizei in den Englischen Garten "locken", um sich dort mit den Beamten zu prügeln. Hintergrund hierfür dürfte offenbar eine "geplatzte" Facebook-Party am Wochenende davor gewesen sein, die von den Beamten noch an Ort und Stelle aufgelöst worden war.

Rettungskräfte beleidigt und mit Flaschen beworfen

Doch die Chaoten fanden ein anderes Ziel: Während das Rettungsteam der Münchner Feuerwehr gegen 22 Uhr einen Patienten mit Alkoholvergiftung im Wagen versorgte, stiegen die Randalierer immer wieder auf den Rettungswagen und schüttelten das Fahrzeug. Auch am Feuerwehrauto machten sich Jugendliche zu schaffen, versuchten auf das Fahrzeug zu steigen und öffneten die Rollokästen. Als die Jugendlichen auch noch Flaschen in Richtung der Retter warfen, alarmierten diese die Polizei. 

Insgesamt 100 Beamte rückten in den Englischen Garten aus. Die Polizisten kesselten die Rettungskräfte zu ihrem Schutz ein und gaben ihnen Geleitschutz, als sie wieder fuhren, um die junge Frau in eine Klinik zu bringen. Sie hatte eine Alkoholvergiftung, reanimiert werden musste sie entgegen der Erstmeldung nicht. Durch das Einschreiten konnte die Situation beruhigt werden, es kam zu keinerlei weiteren strafbaren Handlungen gegen die Feuerwehr, so die Polizei.

"Wir kommen um zu helfen"

Auf Facebook zeigte sich die Münchner Feuerwehr nach dem Einsatz entsetzt: „Wir kommen um zu helfen und müssen uns beleidigen und angehen lassen. Wir können es nicht verstehen. Die Feuerwehr möchte daher nochmals an Alle appellieren. Habt Respekt vor anderen Menschen und auch vor uns und allen Rettungskräften. Wir kommen um zu helfen. Für Euch, für die die Hilfe brauchen."

mh/Pressemitteilung Polizei und Feuerwehr München

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser