Herzpatient in Todesangst

„Muss ich jetzt sterben?“ - Rettungswagen aus Tirol an bayerischer Grenze zurückgewiesen

Reutte/Füssen - Dieser Vorfall sorgt derzeit in Österreich für Schlagzeilen: Weil ein Papier fehlte, wurde ein österreichischer Rettungswagen mit einem Herzpatienten an der Grenze zurückgewiesen.

Es waren 30 bange Minuten, welche ein deutscher Herzpatient sowie die Besatzung eines Rettungswagens im tirolerischen Bezirk (Landkreis) Reutte durchmachen mussten: Aufgrund eines fehlenden Dokuments für die von Deutschland verhängten strengen Einreiseregeln, nachdem Tirol zum Virusvariantengebiet erklärt worden war, wurde ihnen die Einreise nach Bayern verweigert.

Zur Vorgeschichte: Der Herzpatient, es handelt sich laut Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ um einen 77-jährigen Deutschen, wurde zur Abklärung mittels Herzkatheter in die Fachklinik ins allgäuerische Füssen geschickt. Das dortige Herzklinikum ist offizieller Vertragspartner der Tiroler Krankenkassen, lautet es im Bericht der „TT“ weiter.

„Muss ich jetzt sterben?“

An der Grenze hieß es für die Rettungssanitäter und den Patienten dann aber „Halt“: Laut bayerischen Grenzbeamten sei die Einreise nach Bayern aufgrund des fehlenden Papiers nicht möglich. Verzweifelt soll der 77-Jährige gefragt haben: „Muss ich jetzt sterben?“ Doch es half nichts, der Rettungswagen musste kehrt machen. Ein weiterer Rettungswagen brachte die notwendigen Papiere. Der Rettungswagen musste insgesamt 30 Minuten warten, ehe die Fahrt nach Füssen fortgesetzt werden konnte. In der Herzklinik musste der Herzpatient umgehend operiert werden.

Deshalb fehlte das Papier

Patient und Sanitäter seien laut „TT“-Bericht übrigens negativ getestet gewesen - bei dem fehlenden Papier habe es sich um eine Kopie einer Mail gehandelt. Warum das notwendige Papier fehlte, erklärte Andreas Inwinkl, Bezirksgeschäftsführer und Leiter des Rettungsdienstes beim Roten Kreuz Reutte, so: „Wir mussten ein Rettungsauto überraschend in die Werkstatt bringen, deshalb kam ein anderes aus Ehrwald zum Einsatz, in dem sich der besagte Zettel nicht befand.“

Bei dem Schriftstück soll es sich übrigens um die Kopie einer E-Mail handeln. Inkwinkl: „Darin teilt das Bayerische Staatsministerium den eigenen Leuten an der Grenze mit, dass eine Einreise für Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben, also Rettung, Polizei, Feuerwehr und andere, die sich im Einsatz befinden, erlaubt ist.“

red./dp

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