Altenmarkter soll Mutter mit Hammer erschlagen haben

"Es war surreal": Das sagt der Geschäftspartner über den Angeklagten und seinen Stiefvater

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Ein Foto des Hauptangeklagten (21) aus Altenmarkt im Gerichtssaal. Ein Polizist nimmt ihm die Handschellen ab. 
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Traunstein/Altenmarkt - Am Montag sagte ein Freund und Geschäftspartner des Angeklagten aus Altenmarkt aus: Wie hat er die Zeit mit ihm erlebt?

Update 12.05 Uhr: Freund und Geschäftspartner des Angeklagten sagt aus

“Ich war geschockt”, sagt nun der Zeuge vor Gericht aus, als er im November 2017 aus den Medien erfuhr, dass es sein Geschäftspartner und Freund war, der seine Mutter getötet haben soll. Als sie als vermisst gemeldet wurde, habe er sich noch nichts Schlimmes gedacht - “sie war ja eine erwachsene Frau” - aber dass sein Geschäftspartner sie umgebracht haben soll? “Man hat's am Anfang überhaupt nicht wahrhaben wollen. Das war so surreal.” 

Zusammen mit dem angeklagten Altenmarkter und einem weiteren Freund gründete das Trio im Sommer 2017 eine Modefirma. Auch nachdem die Mutter plötzlich verschwand, sei der Angeklagte “normal” gewesen, wie der Zeuge meint. An sich beschreibt er ihn auch als “eher introvertierten Typ”. Zusammen mit dem Stiefvater besuchte er den Angeklagten auch einmal in der Untersuchungshaft. 

Interessant auch: Der Stiefvater habe “kühl und abgeklärt” über die Tat gesprochen – und dass sein Sohn “genauso Täter wie Opfer” sei. Ein vermeintliches Opfer, weil er laut Stiefvater wohl unter dem Druck der Mutter gestanden sei. Über die Mutter selbst kann der Zeuge wenig Negatives berichten. Er habe sie nur wenige Mal gesehen, “aber da hat sie einen herzlichen Eindruck gemacht.” Zumindest am Anfang, bei den letzten Treffen habe sie ihn auch mal “angeschnauzt”, aber nicht bösartig. Auch dass sich das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn plötzlich geändert habe, hat der Zeuge nicht mitbekommen. 

Der Prozess wird am 15. Februar unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt. Dann soll der Stiefvater des Angeklagten aussagen.

Unser Vorbericht zum Prozess vom Montagmorgen

Der angeklagte Altenmarkter, sein Freund aus Trostberg, der ebenfalls angeklagt war, und der heute geladene Zeuge planten eine Firma zum Vertrieb von Mode und Handtaschen. Die ersten Schritte waren bereits gemacht. Dieser zweite Geschäftspartner wird am Montag vom Landgericht vernommen. Er soll weiter Licht ins Dunkel bringen, über den Angeklagten und warum er seine Mutter getötet haben könnte. 

Denn der 21-Jährige selbst schweigt noch immer. Er hat die Tat weder geleugnet, noch gestanden - zumindest vor Gericht: denn gegenüber ermittelnden Kripo-Beamten oder dem Ermittlungsrichter hat der junge Mann angeblich bereitwillig erzählt, wie die Tat genau ablief. "Er sagte zu mir, er sei auch heute noch überzeugt, dass es das Beste war, seine Mutter zu töten", sagte ein Polizist als Zeuge bereits vor dem Landgericht aus.

Der Altenmarkter soll seine Mutter, damals 53 Jahre alt, im September 2017 nach einem Streit zuhause gewürgt und ihr die Unterlippe abgebissen haben. Dann hat er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zu einem Hammer gegriffen und damit auf den Schädel der Mutter eingeschlagen, um sie zu töten. Mit einem Freund verpackte er dann angeblich die Leiche und vergrub sie in einem Waldstück bei Schnaitsee.

Beim jüngsten Prozesstag am 11. Januar wurden Bekannte der getöteten Mutter als Zeugen geladen. Sie sollten dem Gericht helfen, einzuschätzen, was für ein Mensch die Frau war. Für der Prozess, der unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird, wird ein Urteil am 26. Februar erwartet.

Bilder: Polizeieinsatz bei Schnaitsee

xe

Quelle: chiemgau24.de

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