21-jähriger Altenmarkter soll Mutter erschlagen haben

Angeklagter in früherer Aussage: "Es war das Beste, sie zu töten"

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Ein Foto des Hauptangeklagten (21) aus Altenmarkt im Gerichtssaal. Daneben ein Foto seiner Mutter.
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Traunstein/Altenmarkt - Weitere Zeugen werden heute geladen: Sie sollen dem Gericht helfen, das Puzzle um den grausamen Tod einer 53-jährigen Altenmarkterin zusammenzusetzen. Aktuell sagt der Ermittlungsrichter aus.

Update, 11.35 Uhr - Ermittlungsrichter: Angeklagter zeigte keine Reue

Wie es im Angeklagten heute aussieht, kann man nur erahnen: Er sitzt auch am fünften Verhandlungstag ruhig und unscheinbar im Gerichtssaal, ohne ein Wort zu sagen. Bereut er seine Tat? Auch rund zwei Monate nach dem mutmaßlichen Mord an seiner Mutter zeigte er nämlich alles andere als Reue – das sagt nun der Ermittlungsrichter vor Gericht aus. Er vernahm den Altenmarkter nach der Festnahme im November 2017.

“Er sagte zu mir, er sei auch heute noch überzeugt, dass es das Beste war, seine Mutter zu töten”, so der Ermittlungsrichter. Für beide – Mutter und Sohn – sei es das Beste gewesen, habe der junge Mann bei der Vernehmung gesagt. Er habe seine Mutter “erlösen” wollen, weil sie durch die im Kampf abgebissene Unterlippe entstellt worden wäre und wegen ihrer psychischen Erkrankung. Aber: Er habe die Tat nicht geplant, sie sei aus der Situation heraus entstanden.

Ein klares Geständnis – doch die Verteidiger des jungen Mannes wollen, dass es vom Gericht ignoriert werden muss. Er sei in der Vernehmung durch den Ermittlungsrichter nur darauf hingewiesen worden, dass er sich einen Wahlverteidiger nehmen könne – nicht aber auch noch darauf, dass ihm auch ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt werden könnte. Deshalb dürfe das Gericht die Aussage des Angeklagten gegenüber dem Ermittlungsrichter nicht verwerten, so die Verteidiger. Der Ermittlungsrichter hält dagegen: “Er wollte explizit ohne Anwalt aussagen. Auch das ist ja sein Recht.”

Überhaupt habe der Altenmarkter “frei von der Leber weg erzählt, wie alles passiert ist”, so der Ermittlungsrichter im Zeugenstand: “Er erzählte das Ganze, als würde es sich um einen Ladendiebstahl handeln. Ich hatte fast den Eindruck, er hat's gerne erzählt.” Nicht nur gegenüber dem Ermittlungsrichter, auch gegenüber dem Kripo-Beamten kurz nach der Festnahme, war der Angeklagte geständig – nur vor Gericht eben noch nicht.

Der Prozess wird am Donnerstag in Traunstein fortgesetzt. Dann soll unter anderem der Stiefvater des Angeklagten und ein weiterer Freund der beiden jungen Männer aussagen, mit dem sie eine Firma gründen wollten.

Erstmeldung

Langsam kommt etwas mehr Licht ins Dunkel: Am vergangenen Verhandlungstag am Montag wurde durch Zeugen mehr über das Verhältnis von Mutter und Sohn bekannt. Die Mutter soll ihr Leben ganz ihrem Sohn gewidmet haben. "Sie wollte auch keine geregelte Arbeit, weil ihr Sohn so viel Aufmerksamkeit bräuchte und empfindlich sei, sagte sie", so eine langjährige Freundin. 

Wird der Altenmarkter noch sein Schweigen brechen?

Wie der Angeklagte zu seiner Mutter stand, ist nach wie vor eher nebulös - er schweigt. Bekannt ist, dass der heute 21-Jährige vor allem in den Tagen und Wochen vor der Tat Probleme mit seiner Mutter hatte: "Grauenhaft" sei das Zusammenleben, so der Altenmarkter in einem SMS, er bezeichnete sie als "psychisch gestört". Tatsächlich schien sich die Mutter seit dem Jahresende 2016 verändert zu haben, auch ihr Bruder vermutete eine Schizophrenie.

Ein weiterer Konfliktpunkt zwischen den beiden schien aber Geld zu sein: Der Angeklagte gründete mit zwei Freunden - einer davon ist wegen unterlassener Hilfeleistung und Strafvereitelung ebenfalls angeklagt - eine Firma. Durch die Zeugenaussage des Bruders wurde auch klar, dass die Mutter wohl irgendwann kein Geld mehr in das Vorhaben des Sohnes stecken wollte

Dem 21-jährigen Hauptangeklagten aus Altenmarkt wird Mord, gefährliche und schwere Körperverletzung vorgeworfen. Er soll seine Mutter nach einem Streit gewürgt, ihr die Lippe abgebissen und sie schließlich mit einem Zimmererhammer erschlagen haben. Zusammen mit seinem Freund vergrub er den Leichnam laut Staatsanwaltschaft später in einem Waldstück bei Schnaitsee. Das Urteil wird für nächste Woche erwartet.

Bilder: Polizeieinsatz bei Schnaitsee

xe

Quelle: chiemgau24.de

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