Mutter und Tochter seit Juli 2019 vermisst

Doppelmord ohne Leichen - Anklage gegen Ehemann erhoben

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Seit Sommer 2019 werden Maria Gertsuski und ihrer Tochter vermisst. Von beiden fehlt seitdem jede Spur.

München - Der Fall der vermissten Maria Gertsuski und ihrer Tochter Tatiana sorgte im Sommer 2019 für Aufsehen. Roman H., Marias Ehemann, wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Die Staatsanwaltschaft München hat jetzt Anklage gegen den 46-Jährigen erhoben.

Update, 11. März: Anklage gegen Ehemann erhoben

Im Fall der vermissten Mutter Maria G. und ihrer Tochter Tatiana aus München hat die Staatsanwaltschaft München jetzt Anklage gegen Roman H., den Ehemann der Mutter erhoben. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk


Dem Mann wird im Fall seiner Stieftochter Tatiana Mord und im Fall seiner Frau Maria Totschlag vorgeworfen. Die beiden Frauen werden seit Juli vermisst.

Vorbericht, 27. Januar: Staatsanwaltschaft prüft Anklage

Seit etwas mehr als einem halben Jahr beschäftigt die Polizei ein mysteriöser Vermisstenfall in München. Am 13. Juli wurden Maria Gertsuski und ihre Tochter Tatiana als vermisst gemeldet, seitdem fehlt von beiden jede Spur. Die Polizei geht nicht davon aus, dass beide noch leben. "Der Schluss, dass die beiden Frauen tot sind, ist zwingend, so traurig das ist", sagt der Leiter der Münchner Mordkommission, Josef Wimmer.


Roman H. (46), Ehemann von Maria Gertsuski, hatte die beiden bei der Polizei als vermisst gemeldet. Sie seien mit dem Bus zum Shoppen ins Einkaufszentrum Pep in Neuperlach gefahren, kamen dort allerdings nie an, gab der 46-Jährige an. Die Ermittler hatten Zweifel an seiner Aussage und fanden Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Der Verdacht fiel auf Roman H., der daraufhin festgenommen wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt. 

Roman H. schweigt weiterhin zu den Vorwürfen. Er wurde kurz darauf als Tatverdächtiger festgenommen.

Die Mordkomission hat eine über tausend Seiten dicke Fallakte der Staatsanwaltschaft München übermittelt. Diese beinhaltet laut AZ alle Indizien und Spuren, die Aussagen von über 100 Zeugen sowie kriminaltechnische und psychiatrische Gutachten. Damit könnte im Sommer vor dem Schwurgericht ein schwieriger Indizienprozess beginnen. "Wir prüfen, ob weitere Nachermittlungen erforderlich sind. Dann fällt die Entscheidung, ob die Verdachtsmomente für eine Anklage ausreichen", sagt Oberstaatsanwalt Florian Weinzierl. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 46-Jährigen Totschlag in Tateinheit mit Mord vor. Im Streit soll Roman H. seine Frau Maria erschlagen und anschließend die Stieftochter Tatiana ermordet haben. Weitere Informationen teilt die Polizei und Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit. Der Tatverdächtige schweigt weiterhin und äußert sich nicht zu den Vorwürfen.

Polizei findet trotz Suchaktion keine Leichen

Um die Leichen zu finden, unternahm die Münchner Polizei eine der größten Suchaktionen ihrer Geschichte. Mehr als 650 Beamte durchkämmten im Juli und August mit Suchstöcken, Schaufeln und Diensthunde mehrere Waldstücke bei Trudering. Allerdings ohne Erfolg.

Fotos von Vermisstensuche in Wald bei München

Vermisstensuche in Wald bei München © gbf
Vermisstensuche in Wald bei München © gbf
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Dort wurden eine Fußmatte und ein Teppich gefunden, an beiden war Blut von den beiden Opfern. Im Januar durchsuchte die Polizei ein Waldstück bei Olching. Doch bislang fehlt weiterhin jede Spur.

ma

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