Dreharbeiten im Chiemgau

"Schattenwald": Der Chiemsee-Mystery-Thriller

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Dreharbeiten zum Chiemsee-Mystery-Thriller "Schattenwald"
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Chieming - Seit ein paar Tagen laufen die Dreharbeiten zu "Schattenwald". Die Besonderheit: Der Kinofilm wurde komplett von der Internet-Community finanziert.

Verschneite Berggipfel im Hintergrund und der malerische Chiemsee davor; die Kulisse für viele Film- und Fernsehproduktionen im Chiemgau. Nicht so für die Produktion "Schattenwald", bisher bekannt unter dem Namen "Wald der Worte". Die jungen Filmemacher verschlägt es eher in ein altes Bauernhaus am Rande eines düsteren Wäldchens in der Nähe von Chieming.

Die Handlung

"Die Geschichte handelt von Julika Stetten, die nach einem Burnout aufs Land in ein altes Haus fährt. In der vermeintlichen Ruhe und Abgeschiedenheit muss sie schnell wieder zu Kräften kommen, denn als Songschreiberin hat sie eine wichtige Frist, zu der sie liefern muss. Das Haus aber hat ein dunkles Geheimnis: In ihren Träumen bekommt Julika Besuch von Katharina, die hier vor vielen Jahren gelebt hat. Am Ende bringt sie die Schatten der Vergangenheit ans Licht. Sie findet zu ihrer ureigenen Kraft zurück und begreift, wo ihre eigentliche Lebensaufgabe liegt."

Das Drehbuch kommt von Josephine Ehlert, die gleichzeitig einer der Hauptrollen übernimmt. Weitere Darsteller sind Tim Bergmann, bekannt aus "Schneewittchen muss sterben" und "Rommel" und Jule Ronstedt ("Der Kaiser von Schexing" und "Wer früher stirbt ist länger tot"). Für die musikalische Untermalung zeichnet sich der Grimme-Preisträger Dieter Schleip verantwortlich.

Erfolgsmodell Crowdfunding

Die Unterstützer und die Darsteller von "Schattenwald"

Regie führt Laura Thies, die nach ihrem Erstlingswerk "Surviving Family" ihren zweiten Kinofilm in Angriff nimmt. Das Besondere an der Produktion: Die Kosten für Technik, Personal, Catering, ja selbst Unterkunft, wurden auf der Internet-Seite "startnext.de" unter dem Arbeitstitel "Wald der Worte" gesammelt. In einem Zeitraum von nur sechs Wochen kamen dabei über 30.000 Euro zusammen. Die Organisatoren, die hinter dem Projekt stehen, waren bei dieser Spendensammlung mit soviel Herzblut bei der Sache, dass sogar die bekannte Schauspielerin Veronica Ferres auf das Projekt aufmerksam wurde. "Der Name alleine öffnet schon viele Türen und wir sind wirklich froh, dass sie hinter uns steht," freut sich Laura Thies. "Wir können sie immer anrufen, das ist absolut toll." Als letzter Unterstützer reihte sich der FFF Bayern in die Liste ein. Der Film-Fernseh-Fond steht dem ambitionierten Projekt mit 230.000 Euro zur Seite. 

"An einem Strang ziehen"

Doch nicht nur Veronica Ferres steht voll und ganz hinter dem Film der ehemaligen Chiemingerin. Der Filmgeräteverleih Schmiedle aus München stellt die professionelle Ausrüstung samt Arri-Kamera, Kamerazubehör, Licht- und Bühnenequipment zur Verfügung. Und auch der Catering-Service, die "Cooking-Brothers" aus München, beteiligen sich mit Essen und Getränken an der Produktion. Markus Gödeke, eine Hälfte der "Cooking Brothers" schwärmt: "Eine absolut tolle Geschichte und ein junges, hochmotiviertes Team. Und selbst aus der Umgebung kommt Hilfe, die Wurst kriegen wir vom Metzger, der Bürgermeister hat immer ein offenes Ohr."

Der Kameramann des Films, Markus Ilschner, beschreibt das Arbeiten am Film so: "Viele junge Leute und jeder packt mit an, sowas habe ich in der professionellen Filmemacherei selten. Wier sind in jeder Abteilung eine Person weniger, als es bei vergleichbaren Projekten der Fall ist. Trotzdem läuft es bei uns einfach riesig. Jeder ist mit Spaß bei der Sache, das ist genau die Tatsache, die am Ende den Unterschied bringen könnte." Zudem orientiere man sich an amerikanischen Vorbildern, was die Komposition und auch den Stil angehe, mehr wolle der junge Bildgestalter aber nicht verraten.

Bilder vom Set der Dreharbeiten zu "Schattenwald"

Bilder der Dreharbeiten zu "Schattenwald"

Straffer Zeitplan bis zur Fertigstellung

Die Dreharbeiten an "Schattenwald" sollen Mitte Februar abgeschlossen sein. "Nach der Chiemsee-Region drehen wir noch drei Tage in München," weiß Laura Thies. Mitte März soll dann bereits der erste Rohschnitt fertig sein. Danach werde es noch einmal spannend, so die 28-Jährige. "Leider haben wir noch keinen Verleiher". Das Genre "Thriller" sei in Deutschland anscheinend schwer an den Mann zu bringen. Man wolle den Film aber auf jeden Fall bei unterschiedlichen Festivals einreichen. Und wer weiß, "vielleicht wird spätestens nach dem ersten Preis noch jemand hellhörig", lacht Laura Thies. 

Quelle: chiemgau24.de

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