„Songs an einem Sommerabend“

Nach 30 Jahren: Bayerisches Musikfestival zieht um

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Der Musikjournalist und Leiter des Würzburger Musikfestivals "Songs an einem Sommerabend", Ado Schlier.

Ein Würzburger hat es sich seit 1987 zur Aufgabe gemacht, deutschen Liedermachern eine größere Bühne zu geben. „Songs an einem Sommerabend“ ist eines der ältesten Liedermacherfestivals in Deutschland - und wagt nun eine Veränderung.

Das renommierte Liedermacherfestival „Songs an einem Sommerabend“, das fast 30 Jahre lang im Kloster Banz in Bad Staffelstein zu Gast war, wird künftig in Würzburg ausgetragen. Festivalgründer Ado Schlier sieht darin die Chance, wieder zurück zu alter Stärke zu finden. „Für diese Kunst ist es sinnvoll, eine Intimität zu haben, die Musik auf einer Bühne aufzuführen, wo im weitesten Sinn noch Blickkontakt zu den Besuchern möglich ist“, sagte Schlier der Deutschen Presse-Agentur in Würzburg.

Im Kloster Banz sei dieser Charme mit etwa 4500 Zuschauern am Ende nicht mehr möglich gewesen. Zudem seien aufgrund der Größenordnung „die Kosten für Ordnungskräfte ins Unendliche gestiegen“. Die Kulisse eines Klosters indes bleibt - das Festival zieht um ins Würzburger Kloster Himmelspforten, verkleinert auf etwa 1400 Zuschauer.

Im kommenden Jahr können sich die Besucher auf Heinz Rudolf Kunze freuen, der für Schlier „einer der wichtigsten Poeten in Deutschland“ ist. Zudem stehen Giora Feidman & Gitanes Blondes auf der Bühne - Stars der Klezmer-Musik. Erwartet werden am 29. und 30. Juni im Park des Klosters Himmelspforten auch Manfred Maurenbrecher und Richard Wester, Fado-Musikerin Carminho, die Südtiroler Liedermacher Dominik Plangger und Claudia Fenzl sowie die Würzburger Carolin No & Friends.

„Es wird eine Mischung aus anspruchsvollen Liedern gegen Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung und Chansons mit vielen Schwingungen und Stimmungen geben“, kündigte Schlier an. „Viele der Künstler machen neue Lieder für das Festival. Aber natürlich kommen auch die Gassenhauer auf die Bühne. Das wollen die Besucher ja auch hören.“

Dem Festivalgründer ist die Nachwuchsförderung wichtig. Auch heuer werde wieder der „Walther-von-der-Vogelweide“-Preis an junge Liedermacher verliehen. „Ich habe schon viele eingegangene Bewerbungen ausgewertet. Das, was auf den Kassetten ist, hat eine sehr hohe Qualität. Junge Liedermacher waren nie so gut wie im Moment“, sagte Schlier.

Der Moderator und Musikjournalist ist der Miterfinder der legendären Sendung „Club 16“ des Bayerischen Rundfunks. Der 82-Jährige hat zahlreiche Jazzkonzertreihen und -festivals organisiert. Die „Songs“ gehören zu den ältesten Liedermacherfestivals in Deutschland.

dpa

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