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Ein Toter durch Ecstasy

Nach Champagner-Drama in Weiden: Polizei gibt neue Erkenntnisse bekannt

Gift im Getränk? Ein Toter und mehrere Verletzte in Lokal
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In diesem Lokal in Weiden tranken mehrere Gäste von einer vergifteten Champagner-Flasche. Ein Mann verstarb.

Ein Toter und sieben teils schwer Verletzte - das war die traurige Bilanz einer eigentlich fröhlichen Nacht in Weiden in der Oberpfalz. Eine Woche später gibt es nun neue Erkenntnisse.

Nach dem Tod eines Restaurantbesuchers in Weiden in der Oberpfalz steht fest: In einer Flasche Champagner hat sich die Droge Ecstasy befunden - und zwar „in erheblicher Konzentration“, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer sagte. Er verwies auf Ergebnisse einer ersten toxikologischen Untersuchung des Flascheninhaltes.

Auch der Vertriebsweg der Flasche konnte inzwischen nachverfolgt werden: Die betroffene Champagnerflasche wurde bereits einige Zeit vor dem Konsum über eine Online-Plattform bezogen. Daher mahnt die Polizei in diesem Zusammenhang auch zur Vorsicht beim Konsum von Getränken, deren Herkunft aufgrund eines nicht nachvollziehbaren Vertriebsweges unklar ist. Insbesondere bei Privatkäufen im Internet wird zur Achtsamkeit geraten.

Laut Untersuchungen eines Labors befand sich in der betroffenen Champagnerflasche kein Champagner, sondern die chemische Substanz MDMA, welche oftmals auch als Ecstasy bezeichnet wird. Die Flüssigkeit in der Flasche hatte eine rötlich/ braune Farbe, welche bereits nach kurzer Zeit nachdunkelte. Der Inhalt der Champagnerflasche hatte keinen auffälligen chemischen, sondern einen aromatisch-fruchtigen Geruch, allerdings war dieser nicht „champagnerartig“. Die Flüssigkeit enthielt keine Kohlensäure und perlte auch nicht, wie für Champagner üblich.

„Nach aktuellem Sachstand ergibt sich kein Verdacht auf strafbares Handeln von Personen in Weiden i.d.OPf. Derzeit ist vielmehr anzunehmen, dass die Flasche im guten Glauben an ein Originalprodukt im Internet erworben und anschließend ausgeschenkt wurde“, so das Polizeipräsidium Oberpfalz in einer aktuellen Pressemeldung.

Das war geschehen

Am Samstagabend (13. Februar) hatten sich mehrere Gäste im Alter zwischen 33 und 52 Jahren eine Flasche Champagner geteilt. Bald darauf hatten alle Vergiftungserscheinungen gezeigt. Nach Polizeiangaben lagen beim Eintreffen der Retter mehrere Personen auf dem Boden. Fünf Männer und drei Frauen wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Ein 52-Jähriger aus dem nahen Landkreis Schwandorf starb noch in der Nacht zum Sonntag. Mittlerweile sind alle Personen wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Die Gäste in dem Restaurant sollen sofort den Geschmack des Champagners beanstandet haben. „Der war wohl auffällig, um nicht zu sagen: scheußlich“, so Schäfer. Das in der Flasche enthaltene Ecstasy sei hochkonzentriert gewesen. Schon eine geringe Menge habe ausgereicht, um körperliche Reaktionen hervorzurufen.

Ermittlungen im Fall laufen weiter

Die intensiven und umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz, die in enger Absprache und Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Weiden sowie dem Zollfahndungsamt München mit Dienstsitz in Weiden, geführt werden, dauern an. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen bezieht sich nun auf die Feststellung von etwaigen Verantwortlichen bezüglich einer späteren Manipulation der Flasche nach deren Produktion und Vertrieb.

mh

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