Anlage in Waldkraiburg "bestmöglich überwacht"

Erdbeben in Poing: Geothermie wahrscheinlich der Auslöser

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Das Geothermie-Heizwerk der Bayernwerk GmbH in Poing bei München. Nach einem Erdbeben am vergangenen Wochenende legte die Bayernwerk AG ihre Geothermieanlage vorübergehend still.
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Poing/Waldkraiburg - Das Erdbeben in Poing rückt die Geothermie in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Am Waldkraiburger Standort gäbe es aber keine Risiken, betont die Leitung der Stadtwerke.

Update, 18 Uhr:

Wie nun der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, sei es laut Experten "technisch möglich und auch wahrscheinlich," dass die Geothermieanlage bei Poing die Erdstöße in der Umgebung auslöste. Dies habe die Forschergruppe vom Leibniz-Institut für angewandte Geophysik in Hannover erklärt.

Da die Beben rund 600 Meter von der Bohrung entfernt auftraten, sei der Zusammenhang nicht eindeutig zu beweisen, auch wenn dies aus wissenschaftlicher Sicht naheliegen würde. Die Forscher legen daher dem Bayernwerk nahe, Bodenschwingungen noch genauer zu messen. Gegenüber dem BR bestätigte das Unternehmen, dies tun zu wollen. 

Der vollständige Forschungsbericht wird im Oktober erwartet. Bis dahin will auch das Bergamt Südbayern warten, bevor es mögliche Konsequenzen zieht.

Der Bericht zur Geothermie in Waldkraiburg:

Am Samstag der vergangenen Woche bebte in Poing, im Landkreis Ebersberg, die Erde. Es kam zu Schäden an einem Gebäude, verletzt wurde niemand. Dennoch sind die Einwohner der Gemeinde beunruhigt. Nun gerät der dortige Geothermie-Betreiber unter Druck, auch wenn ein Zusammenhang zwischen dem Betrieb der Anlage und dem Erdbeben bislang nicht bewiesen ist. Auch Waldkraiburg zählt zu den 22 Geothermie-Standorten in Oberbayern.

"Bestmöglich überwacht"

"Das wird bestmöglich überwacht. Seit 2012 gab es aber keine derartige Meldung", erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner gegenüber den Waldkraiburger Nachrichten. Seit der Inbetriebnahme 2012 gibt es zwei Messstellen, an denen seismische Aktivitäten überwacht werden. Eine befindet sich an der Bohrstelle, die zweite am Brunnen IV nördlich des Industriegebiets.

Sollte es zu Erdstößen kommen, würden die Messwerte automatisch bei einem österreichischen Institut einlaufen und dann sofort an das zuständige Bergamt im bayerischen Wirtschaftsministerium weitergeleitet. Generell wünscht sich Lechner eine Versachlichung der Debatte und warnt vor Panikmache, so die Zeitung.

Zusammenhang nicht bewiesen

Ebenso wie Lechner betont der Betreiber der Anlage in Poing, das Bayernwerk, in einer Stellungnahme am Mittwoch, dass ein Zusammenhang des Betriebs der Anlage mit dem Erdbeben bislang nicht geklärt ist. Trotzdem hatte er die Anlage am Dienstag vorläufig außer Betrieb genommen. Das Unternehmen erläuterte, dies geschehe, um einem Wunsch der Gemeinde nachzukommen und besorgten Bürgern etwaige Ängste zu nehmen.

Gleichzeitig erklärte ein Spezialist vom Erdbebendienst Bayern der Ludwig-Maximilians-Universität München gegenüber dem Merkur: "Es ist unwahrscheinlich, dass die Geothermie nichts mit den Beben zu tun hat." Zwar sei einerseits ein Zusammenhang mit der aktuellen Datenlage nicht beweisbar. Doch andererseits mache die räumliche Nähe der Bohrungen und der Epizentren der Beben, vor allem aber die Tatsache, dass vor Inbetriebnahme der Anlage in der Region nie Erdstöße aufgetreten seien, ein Zusammenhang denkbar. 

Klärung werden wohl erst die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung geben, die im Oktober vorgestellt werden sollen. Geothermie gilt als Hoffnungsträger für die Energiewende. Doch sie ist nicht unumstritten. Wie unser Partnerportal merkur.de berichtet, haben Geothermie-Gegner die Standorte genau im Blick. 

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Quelle: innsalzach24.de

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