Nachdem "schwarzes Schaf" bei Traunstein erwischt wurde

Glyphosat: Molkerei BGL zeigt klare Kante

Foto einer Leserin: Nach dem Einsatz von Glyphosat auf Wiesen rund um Traunstein verfärbte sich das Gras in blasses Gelb. Der Bauer beliefert die Molkerei in Piding. Nun überdenkt man dort die Rahmenbedingungen, wie mit solchen Landwirten zusammengearbeitet werden soll. 
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Piding - Für die Geschäftsführung war es ein Schock: Einer der Lieferanten der Molkerei Berchtesgadener Land wurde des Glyphosat-Einsatzes überführt - jetzt gehen die Milchwerke in die Offensive.

Die Genossenschaftsmolkerei Berchtesgadener Land aus Piding fordert nach der Aufdeckung des "schwarzen Schafes" unter ihren Milchbauern nun, ein Glyphosat-Verbot in der ganzen EU. Am Mittwoch wird ein Ausschuss der EU-Kommission über die Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichters beraten: "Diese Verlängerung verbietet sich", heißt es jetzt aus Piding.

Betriebsinternes Glyphosat-Verbot wahrscheinlich

Unabhängig davon scheinen die Milchwerke auch ihre eigenen Konsequenzen aus dem Fall des Traunsteiner Genossenschaftsbauern zu ziehen: Vorstand und Geschäftsführung werden in der kommenden Woche ihrem Aufsichtsrat empfehlen, als erste und einzige Molkerei deutschlandweit, ihren Landwirten den Einsatz von Glyphosat zu untersagen.

"Dieses Verbot ist in unsere Milchlieferbedingungen aufzunehmen und die Einhaltung ist über das bestehende Qualitätsmanagement-Tool extern zu überwachen", so der Geschäftsführer Bernhard Pointner. 500 der 1800 Landwirte, mit der die Genossenschaft zusammenarbeitet, bewirtschaften ihre Felder heute schon anerkannt nach ökologischen Gesichtspunkten. Der Glyphosat-Einsatz des Traunsteiner Bauern sei der erste gewesen, von dem man in eigenen Reihen erfahren hat.

Berichterstattung zeigt Folgen

Wie die Pidinger Milchwerke versichern, hat unsere Berichterstattung und das ernste Gespräch mit dem Traunsteiner Bauern dazu geführt, dass dieser sein Verhalten geändert hat: "Uns wurde versichert, dass diese Praxis, obwohl sie rechtlich zugelassen ist, auf seinen Feldern keine Anwendung mehr findet."

Prinzipiell gilt: Der Einsatz von Glyphosat ist in der Landwirtschaft erlaubt und kann auch für den Hausgebrauch oder im heimischen Garten verwendet werden. Doch die Diskussion, ob das Mittel für den Menschen krebserregend ist, hat sich in den vergangenen Jahren verschärft.

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xe

Quelle: BGland24.de

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