Starkregen glimpflich ausgegangen

Wassermengen verdeutlichen schnellen Anstieg der heimischen Flüsse

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Auch die Saalach in Bad Reichenhall führte sehr viel Wasser.
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Landkreis - Vor allem im Berchtesgadener Land und Traunstein war man am Montagmorgen von den Wassermassen überrascht worden. Der Dauerregen über Nacht ließ Flüsse und Bäche stark ansteigen, Straßen mussten gesperrt werden. Niederschlagszahlen belegen jetzt dieses überraschende Ereignis.

Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Starkregen von Sonntag auf Montag gewarnt. Doch dass bereits am frühen Montagmorgen mehrere Straßen überflutet sein und in Schneizlreuth eine Mure abgehen würden, damit hat keiner gerechnet. Deshalb war unter anderem auch das Landratsamt Berchtesgadener Land bis in den Nachmittag hinein in Alarmbereitschaft. "Die nachlassenden Niederschläge waren das Beste, was passieren konnte", so Pressesprecher Andreas Bratzdrum.

Jetzt kann er vermelden, dass in Sachen Hochwasser alles im grünen Bereich ist und auch die Straßensperrung auf der B21 zwischen Schneizlreuth und Melleck wieder aufgehoben ist. Das sah am Montag noch ganz anders aus. Vor dem Tunnel Richtung Melleck auf der B21 in Schneizlreuth war eine Mure abgegangen. An die drei Meter Geröll landete auf der Straße. Ein Lkw steckte bis zum Kotflügel fest.

Murenabgang auf B21 zwischen Schneizlreuth und Melleck

Keine 24 Stunden danach war nichts mehr von dem Ereignis zu sehen. Noch schneller ging es in Berchtesgaden. Dort war ein Felsbrocken auf die Gerer Straße gefallen."Der Starkregen hat den Stein zu Fall gebracht", so Berchtesgadens Geschäftsleiter Anton Kurz. "Ein Geologe hat bereits Entwarnung gegeben, da kommt nichts nach." Bereits am Montagvormittag wurde der Felsbrocken entfernt.

Auch die Feuerwehr musst nur zu kleineren Einsätzen im Berchtesgadener Land ausrücken, das bestätigte Kreisbrandrat Josef Kaltner, unter anderem Baum auf Fahrbahn und Keller unter Wasser. Einzig zwei Häuser in Bischofswiesen hat es mehr getroffen, dort lief das Wasser direkt ins Erdgeschoss.

Die Feuerwehren im Landkreis Traunstein waren ebenfalls aufgrund vollgelaufener Keller und umgestürzter Bäume gefordert. Zwischen Marquartstein und Schleching waren mehrere Personen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Die Kreisstraße TS 1 musste auf Grund einer Überflutung im Bereich Ortsschaft Zweckham für mehrere Stunden gesperrt werden. Die B305 war zwischen Schleching und Marquartstein im Bereich Raiten etwa 40 Zentimeter überschwemmt. Mehrere Fahrzeuge blieben dort stecken und die Insassen konnten ihre Fahrzeuge nicht mehr verlassen. Sie wurden durch die beiden Feuerwehren aus ihrer misslichen Lage befreit. Zudem wurde die Bergung der Fahrzeuge unterstützt.

Wasserlage in Laufen und Freilassing: Salzach tritt über Ufer

Das ist allerdings bei der Menge Wasser, die letztlich vom Himmel kam, kein Wunder. Wie der Unwetterservice Südostbayern berichtet, gab es vor allem im Berchtesgadener Land und Traunstein sehr hohe Niederschlagsmengen, aber auch im Landkreis Rosenheim:

  • Freilassing 130,7 l
  • Reit in Winkel 105,1 l
  • Berchtesgaden-Unterau 97,5 l
  • Kiefersfelden-Gach 96,0 l
  • Bischofswiesen 88,5 l
  • Waging 86,7 l
  • Traunreut 86,5 l
  • Teisendorf 85,3 l
  • Irschenberg 82,6 l
  • Berchtesgaden 82,3 l
  • Aschau Stein 81,5 l
  • St. Bartholomä an Königssee 81,2 l

Weiter weg vom Gebirge sah das Ganze aber schon wieder anders aus:

  • Tittmoning 49,0 l
  • Bad Endorf 43,3 l
  • Rosenheim 35,2 l
  • Burgkirchen 23,7 l
  • Pleiskirchen 18,6 l
  • Tacherting 18,1 l
  • Amerang 14,3 l
  • Mühldorf 11,2 l
  • Jettenbach 9,0 l
  • Wasserburg 9,0 l
  • Neumarkt-St. Veit 7,6 l
  • Oberbergischen 3,6 l
  • Haag i. OBB 3,3 l

Mittlerweile sind alle Unwetterwarnungen aufgehoben. Einzig der Hochwassernachrichtendienst schränkt ein: "Für lokale Überschwemmungen, wie sie z.B. durch örtlich begrenzte Starkregen (Gewitter) auftreten, können keine Warnungen und Vorhersagen erstellt werden."

cz

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