Nach Söders klaren Worten und Oktoberfestabsage *Mit Umfrage* 

Dürfen Rosenheimer Wiesn-Fans hoffen? Weiterhin keine Absage der Wiesn 2020

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Die Absage des Rosenheimer Herbstfestes ist nach der Rede von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wohl nur noch Formsache.

München/Rosenheim - Das Oktoberfest findet wegen Corona heuer nicht statt. Die endgültige Absage verkündeten Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter am frühen Vormittag. Was bedeutet dies für die anderen Volksfeste in der Region, wie zum Beispiel die Rosenheimer Wiesn?

Update, 16.40 Uhr: Wiesn-Absage doch keine "reine Formsache"?

Die Gerüchteküche rund um das Rosenheimer Herbstfest brodelt wie nie zuvor. Eine Absage nach den deutlichen Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Zusammenhang mit der Abfuhr für das Münchner Oktoberfest 2020 und den entsprechenden vergleichbaren Volksfesten dürfte wohl nur noch reine Formsache sein. 


Der Wirtschaftliche Verband Rosenheim, welcher als Veranstalter der Wiesn fungiert, wollte gegenüber rosenheim24.de noch keine endgültige Entscheidung kommunizieren. 

Mit Blick auf die Presseerklärung von Ministerpräsident Markus Söder am Dienstagmorgen will sich der Wirtschaftliche Verband "im Bezug auf das Rosenheimer Herbstfest zu gegebener Zeit mit einer aktuellen Information melden", so Geschäftsführer Klaus Hertreiter zur aktuellen Situation.  


So dürfen zahlreiche Herbstfest-Fans weiter hoffen, wenngleich die Erfolgschancen auf die Durchführung der Wiesn 2020 mit dem heutigen Tage weiter enorm gesunken sind. 

Erstmeldung:

Wegen der Pandemie stehen nun auch weitere Feste im Spätsommer und Herbst zur Disposition. "Es geht nicht nur um das Oktoberfest, wir haben noch einige andere Feste, die auch kurz um die Zeit sind, sei es Gillamoos oder andere, über die wir hier ähnlich entscheiden müssen", betonte Söder. Das Gillamoos-Volksfest in Abensberg sollte eigentlich Anfang September stattfinden. Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) machte deutlich, es könne Volksfeste, vor allem natürlich das Oktoberfest, aber "auch andere in dieser Zeit einfach nicht geben".

Das Herbstfest Rosenheim ist bislang noch nicht offiziell gecancelt, sondern derzeit noch für den Zeitraum zwischen 29. August und 13. September geplant. Bis 31. August wurden Großveranstaltungen jedoch bereits vollständig untersagt. Eine endgültige Entscheidung darüber wollte der Veranstalter, der Wirtschaftliche Verband Rosenheim, eigentlich Mitte Mai bekannt geben. Jetzt dürfte es womöglich schneller gehen. Explizit Stellung beziehen wollte am Mittwochvormittag auf Anfrage von rosenheim24.de jedoch niemand. Vielmehr bat der Wirtschaftliche Verband um eine schriftliche Anfrage.

Vermutlich dürfte die Absage nun aber nur noch eine Formalität sein, wenn man den Worten Söders von der Pressekonferenz am Vormittag Glauben schenkt: "Da glauben wir auch, es wäre unverantwortlich, das dort zu machen. Man kann nicht auf der Wiesn ein Bierzelt nicht machen, aber woanders." Diese Worte waren eben auf zum Beispiel Abensberg und Rosenheim bezogen. Andere große Feste, wie das Gäuboden-Volksfest in Straubing, wurden bereits abgesagt.

Klaus Hertreiter vom Wirtschaftlichen Verband Rosenheim.

Söder, Reiter und Wirte über Wiesn-Absage traurig

Über die Absage des Oktoberfestes äußerten sich die Betroffenen enttäuscht. "Es tut uns weh, es ist unglaublich schade", sagte Söder sichtlich traurig. Ein Fest in der Größe, mit der Internationalität und unter den Bedingungen bedeute jedoch eine zu hohe Gefahr. "Wir haben erlebt, dass der Apres-Ski in Ischgl, verschiedene Starkbierfeste beispielsweise oder auch Karnevalsveranstaltungen leider Viren-Drehscheiben waren", führte der Ministerpräsident weiter aus. Insofern gelte bei Festen die größte Sensibilität. "Solange es keinen Impfstoff gibt, solange es kein Medikament gibt, muss besonders aufgepasst werden", begründete der CSU-Politiker die Entscheidung weiter.

Pressekonferenz von Söder und Reiter zu Oktoberfest-Absage

Coronavirus - Oktoberfest abgesagt
Coronavirus - Oktoberfest abgesagt © dpa
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Coronavirus - Oktoberfest abgesagt
Coronavirus - Oktoberfest abgesagt © dpa
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Coronavirus - Oktoberfest abgesagt © dpa

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) räumte ein, dass dies für ein "emotional schwieriger Moment" sei. Die Wiesn sei das zentrale Fest und das Highlight des Jahres - jedenfalls für ganz viele Menschen. "Und es einfach nicht stattfinden zu lassen, ist schon eine bittere Pille." Es habe auch ökonomisch in wirtschaftlich ohnehin schwierigen Zeiten negative Auswirkungen auf München. Nicht nur Schausteller, Wirte und Budenbesitzer auf dem Volksfest selbst, sondern auch Hotels, Gaststätten, Taxifahrer und Einzelhändler profitieren von dem Volksfest. Die Wiesn 2019 hatte nach Angaben der Stadt einen Wirtschaftswert von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.

mw

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