Halter von Pascha melden sich zu Wort

Nach Rottweiler-Attacke in München: "Ich hätte ihn auch erschossen"

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München - Noch immer schlägt die Rottweiler-Attacke am Münchner Hauptbahnhof am Wochenende hohe Wellen. Der Hund war nicht mehr zu kontrollieren, verletzte fünf Menschen und musste schließlich von der Polizei erschossen werden. Nun melden sich die Halter von "Pascha" zu Wort:

Fünf Verletzte und ein erschossener Hund - das ist die traurige Bilanz eines Vorfalls am Münchner Hauptbahnhof am Wochenende. Sowohl die Halterin, ihr Lebensgefährte und mehrere Polizisten konnten den wildgewordenen Rottweiler nicht unter Kontrolle bringen. Da auch weitere Passanten in Gefahr waren, mussten die Polizisten den Hund namens "Pascha" erschießen. Nun melden sich die beiden Halter erstmals öffentlich zu dem Vorfall:

„Ich habe meinen Hund geliebt“

Unter Tränen schildert Sinan B. (32) bei einem Telefoninterview mit unserem Partnerportal tz.de das Verhalten seines Hundes Pascha:  „Ich habe meinen Hund geliebt“, sagt er. „Alle haben unseren Pascha geliebt.“ Warum sein Hund am Samstag in München so ausrastete könne er sich nicht erklären. „Er hatte ein sauberes Führungszeugnis, hat zuvor nie jemandem etwas getan.“ Auslöser könnte vielleicht der Stress von der Zugfahrt von Berlin nach München gewesen sein. 

Den eigentlichen Vorfall schildert Sinan B. wie schon zuvor seine Freundin Jenny. Zum "Tatzeitpunkt" habe er mit ihr telefoniert. Sie wollte ihrem Hund Wasser geben, doch plötzlich sei Pascha losgestürmt „Ich hörte sie noch schreien: ‚Bleib stehen, Pascha, bleib stehen‘, aber da war es schon zu spät“, so Sinan B. gegenüber tz.de. Dass seine Freundin den Hund absichtlich auf Menschen gehetzt habe, könne er sich nicht vorstellen.

„Kein Hundeleben ist ein Menschenleben wert“

 Für die Polizisten, die seinen Hund mit vier Schüssen stoppen mussten, zeigt der 32-Jährige Verständnis: „Kein Hundeleben ist ein Menschenleben wert“, betont er gegenüber tz.de. „Wenn ich gesehen hätte, dass Pascha Menschen beinahe umbringt… Ich hätte ihn auch erschossen.“

Die Tierschutzorganisation Peta fordert auf Grund dieses Vorfalls erneut die Einführung eines Hundeführerscheins in Bayern. Dabei müssen künftige Halter bereits vor der Aufnahme eines Hundes einen Theorie-Kurs absolvieren.

mh

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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