Waldgebiete in der Region möglichst meiden

Waldspaziergänge sind momentan lebensgefährlich

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Unwetterschäden in den Wäldern

Landkreis - In unserer Redaktion häufen sich vor allem nach dem schweren Sturm am vergangenen Freitag die Meldungen von verunglückten Forstarbeitern. Forstminister Helmut Brunner warnt vor Lebensgefahr im Wald.

Laut des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten habe der Gewittersturm am vergangenen Wochenende in Bayerns Wäldern mindestens zwei Millionen Kubikmeter Schadholz verursacht.

Waldunfälle häufen sich

Bei den Aufräumarbeiten kam es auch in unserer Region bereits zu schweren Unfällen. In Mehring wurde ein 71-Jähriger bei Baumfällarbeiten so schwer verletzt, dass er seinen Verletzungen erlag. 

In Marktschellenberg stürzte ein 70-Jähriger bei Aufräumarbeitren im Wald 50 Meter in die Tiefe, nachdem er von einem Baumstamm getroffen wurde.

Forstminister mahnt zu äußerster Vorsicht

Für die Aufräumarbeiten im Wald mahnt Forstminister Helmut Brunner zu äußerster Vorsicht: „Die umgestürzten Stämme stehen unter großer Spannung, die Gefahr herabfallender Äste ist wesentlich höher als sonst“, so Brunner. Jeder unachtsame Einsatz mit Motorsäge oder Axt könne tödliche Folgen haben. Häufig sei der unterstützende Einsatz von Holzerntemaschinen die sicherste Arbeitsweise. Professionelle Beratung und Hilfe finden betroffene Waldbesitzer bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie bei den forstlichen Zusammenschlüssen.

Lebensgefahr für Waldbesucher

Auch für Waldbesucher gibt der Minister noch keine Entwarnung: „Der Aufenthalt im Wald ist vielerorts lebensgefährlich.“ Spaziergänger sollten deshalb die betroffenen Waldgebiete möglichst meiden und Sperrungen unbedingt beachten. 

Waldschäden nur durch Forstprofis beseitigen lassen

Auch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) warnt davor, Unwetterschäden selbst zu beseitigen: 

"Die Beseitigung solcher Sturmschäden erfordert hohe Fachkenntnis und Erfahrung, sie gehört unbedingt in die Hände von Forstprofis. Das Unfallgeschehen zeigt, dass Waldbesitzer ohne Erfahrung auf diesem Gebiet die Gefahren solcher Extremsituation kaum einschätzen können. Selbst dann, wenn sie im Umgang mit der Motorsäge geübt sind. Schon bei einzelnen entwurzelten oder abgebrochenen Baumstämmen, die unter Spannung stehen, kann bereits ein falscher Schnitt reichen, um den Stamm katapultartig und mit enormer Kraft nach oben oder zur Seite schnellen zu lassen. Das Verletzungsrisiko ist erheblich. Hier ist professionelle Hilfe erforderlich! 

Adressen von forstwirtschaftlichen Dienstleistern vermitteln zum Beispiel die örtlichen Waldbesitzervereinigungen oder Forstbetriebsgemeinschaften, die Forstverwaltungen oder die Ansprechpartner der Maschinenringe.

Für Forstprofis, die sich jetzt an die Arbeit machen, um die Sturmschäden zu beheben, hat die SVLFG einige Tipps zusammengestellt:

  • Vor dem Arbeitseinsatz prüfen, ob die erforderliche Schutzausrüstung, Werkzeuge und Arbeitsgeräte einsatzfähig sind.
  • Schwierige Situationen besonnen und überlegt angehen. Manchmal hilft schon der Austausch mit einem erfahrenen Kollegen.
  • Nie unter angeschobenen Bäumen, im Verhau, unter hängenden Wipfeln oder ungesicherten Wurzeltellern arbeiten. Hier – ebenso wie beim Entzerren unter Spannung stehender Bäume im Verhau – ist mindestens die Hilfe eines Schleppers mit Seilwinde Grundvoraussetzung.
  • Vor dem Schneiden sind die Spannungsverhältnisse sorgfältig zu prüfen. Nur so kann die sicherste Vorgehensweise und die fachgerechte Schnitttechnik abgeleitet werden.
  • Die Lage von Druck- und Zugseite zweifelsfrei ermitteln. Bei extremer Spannung, besonders bei geringeren Durchmessern, ist durch stufenweises Ausräumen des Druckholzes die Spannung langsam herauszunehmen.
  • Bei seitlicher Spannung immer von der Druckseite aus arbeiten.

Impressionen vom schweren Sturm am vergangenen Wochenende

Feuerwehr Freilassing kämpft gegen Unwetterschäden an

Unwetterschäden in Haag (Drohnenbilder)

Leserfotos zu dem Unwetter in der Region 

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten/Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau/jb

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