Frage nach schlimmem Unfall mit Falschfahrer auf der A8

"Mache ich mich strafbar, wenn ich ohne Freisprechanlage einen Unfall melde?"

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Grabenstätt/A8 - Nach dem tödlichen Unfall mit einem Falschfahrer auf der A8 am 20. Februar hat eine Leserin unsere Redaktion gefragt, ob sie sich strafbar macht, wenn sie ohne Freisprechanlage einen Notfall meldet. Das sagt die Polizei dazu:

Mache ich mich strafbar, wenn ich beim Autofahren einen Falschfahrer melde? Mit dieser Frage hat sich eine Leserin an unsere Redaktion gewandt. Anlass ist der schlimme Unfall mit einem Falschfahrer auf der Autobahn A8 zwischen Bergen und Grabenstätt am 20. Februar. Immer wieder wird vor sogenannten Falschfahrern gewarnt.

"Meine ausdrückliche Bewunderung und Wertschätzung für all die Einsatzkräfte, die trotz des traurigen Bildes am Unfallort ihre Arbeit strukturiert machen. Ich hoffe, dass mir nie ein Falschfahrer entgegen kommt", schreibt die Leserin. "Sollte es doch sein, so hätte ich eine Frage: Da ich keine Freisprechanlage habe und natürlich auch nicht während der Autofahrt telefoniere, wäre es dann strafbar, wenn ich in dem Fall die 110 wählen würde, um den Falschfahrer zu melden, könnte es sogar mögliche unterlassene Hilfeleistung sein, wenn ich mich darauf verlassen würde, dass andere Autofahrer den Falschfahrer melden?" 

Normalerweise erhalten Autofahrer, die am Steuer telefonieren, ein Bußgeld, erklärt Sprecher Stefan Sonntag vom Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Im August 2018 ist das Handyverbot am Steuer verschärft worden, sodass Tablets, E-Book-Reader et cetera und Tätigkeiten wie Mails- und SMS-Tippen, Surfen im Internet im sogenannten Hand-held-Betrieb eindeutig darunter fallen, informiert das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur. Videobrillen sind ebenfalls explizit verboten worden.‎ Eine Sprachsteuerung, Vorlesefunktion und sogenannte Head-up-Displays für Fahrzeug- oder Verkehrszeicheninformationen zu nutzen, ist dagegen ausdrücklich erlaubt.

Seit August vergangenen Jahres sieht die Regelung laut dem Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur wie folgt aus:

  • Die Geldbuße für die unerlaubte Nutzung von Handys während der Autofahrt wurde von 60 auf 100 Euro erhöht. Hinzu kommt die Eintragung von einem Punkt im Fahreignungsregister. Bei schweren Verstößen drohen künftig auch Fahrverbote und Geldbußen in Höhe von 150 beziehungsweise 200 Euro sowie die Eintragung von zwei Punkten.
  • Radfahrende müssen bei einem Verstoß mit einer Regelgeldbuße in Höhe von 55 Euro rechnen.

Abgesehen von diesen Regeln gibt es aber auch Ausnahmen, wie Sprecher Stefan Sonntag erklärt. "Es gibt sogenannte Rechtfertigungsgründe, wenn ein Notfall eintritt", sagt er. "Wenn jemand zum Beispiel einen Unfall beobachtet oder eben einen Falschfahrer." In solchen Fällen wird in der Regel kein Bußgeld verhängt. Ein Freibrief ist das jedoch nicht. Die Polizei prüft nach, ob es den besagten Notfall wirklich gegeben hat.

ksl

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