Nach Gespräch mit Bischof

Asylbewerber beenden viertägigen Hungerstreik

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Würzburg - Einige Flüchtlinge mussten schon ins Krankenhaus - nach einem Gespräch mit dem Würzburger Bischof setzen sie ihren Hungerstreik aus. Sie hoffen auf kirchliche Hilfe, um Asyl zu bekommen.

Iranische Asylbewerber haben ihren Hunger- und Durststreik in Würzburg nach einem Gespräch mit Bischof Friedhelm Hofmann abgebrochen. Hofmann habe ihnen zugesagt, ihr Anliegen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorzutragen und sich für ein zügigeres Verfahren einzusetzen, erklärte ein Sprecher des Bistums am Freitag. Der katholische Oberhirte habe die Asylbewerber aufgerufen, den Hungerstreik zu beenden, da damit nur die Fronten verhärtet würden.

Nach wochenlangem Protest in einem Zelt in der Innenstadt hatten fünf Männer seit der Nacht zum Dienstag auf Essen und Trinken verzichtet, um ihre Anerkennung als Flüchtlinge zu erzwingen. Die Flüchtlinge gaben das Ende der Aktion nach dem Besuch des Bischofs am Donnerstagabend auf Facebook bekannt und sprachen von einem Erfolg. Allerdings gingen die Männer zunächst davon aus, der Bischof habe ihnen zugesagt, das Bundesamt werde die Anträge neu bearbeiten - ein Missverständnis. Auch das Bundesamt stellte am Freitag klar: Eine entsprechende Zusage gibt es nicht.

Die protestierenden Flüchtlinge würden ihr weiteres Vorgehen nun überdenken und wollten nochmal mit dem Bischof sprechen, sagte Unterstützer Abdolbaset Soleimani. Sie hofften auf den Einfluss Hofmanns. Die Iraner sind nach eigenen Angaben Christen.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kritisierte Aktion

Am Donnerstag hatte sich die Situation im Flüchtlingszelt zugespitzt, mehrere Teilnehmer mussten nach Angaben der Protestgruppe ins Krankenhaus gebracht werden. Die Stadt hatte die Flüchtlinge schon am Dienstag aufgefordert, einen Arzt zu benennen, der den Gesundheitszustand der Iraner überwacht und bei Gefahr die Polizei ruft - sie hatten jedoch niemanden gefunden.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kritisierte die Aktion: „Ein Hungerstreik ist kein geeignetes Mittel, um ein Bleiberecht in der Bundesrepublik Deutschland zu erwirken“, erklärte eine Sprecherin. Von sechs Asylbewerbern aus der Protestgruppe, die dem Amt bekannt sind, seien vier bereits abgelehnt, drei klagten vor Gericht gegen die Entscheidung - damit liege das Verfahren nicht mehr in den Händen der Behörde. Bei den beiden weiteren Bewerbern habe die Entscheidung ohnehin in nächster Zeit angestanden.

Ein Protestcamp in Würzburg war vor zwei Jahren der Auftakt zu einer Reihe von Flüchtlingsprotesten in vielen deutschen Städten gewesen. Auch damals waren iranische Asylbewerber in einen Hungerstreik getreten und hatten sich schließlich sogar die Münder zugenäht.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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