Sechs Kinder ertranken im Mittelmeer

Nächster großer Schleuser-Prozess: Trio vor Traunsteiner Gericht

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Traunstein - Sie sollen insgesamt 25 Schleusungen auf der "Balkan-Route" in die Hand genommen haben, bei Schlauchboot-Überfahrten starben auch sechs Kinder. Drei Männer stehen deshalb ab Dienstag vor dem Landgericht.

Nach dem großen Schleuser-Prozess vor dem Traunsteiner Landgericht im Sommer bekommt es die Justiz jetzt mit einem ähnlichen Fall zu tun. Drei Männer sind ab heute wegen "gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern", teils mit Todesfolge, angeklagt: Ein 41-jähriger Iraker (zuletzt wohnhaft in Garbsen bei Hannover), ein 30-jähriger Syrer (zuletzt wohnhaft in Duisburg) und ein 43-jähriger Syrer (zuletzt wohnhaft in Bad Nenndorf bei Hannover).

Bis zu 8000 Euro pro Person kassiert

Insgesamt 25 Schleusungen werden ihnen vorgeworfen, davon 23 in der zweiten Jahreshälfte 2015. Organisiert und durchgeführt sollen die Schleusungen nicht nur auf dem Land auf der "Balkan-Route" bis über die Grenze nach Deutschland worden sein, sondern auch in Schlauchbooten von der Türkei nach Griechenland. Über 1000 Euro wurde von den Geschleusten verlangt, so die Staatsanwaltschaft - in einem Fall angeblich sogar 8000 Euro pro Person.

Sechs Kinder ertranken bei Schlauchboot-Überfahrten

Immer wieder sollen Schlauchboote in Seenot geraten sein: Mal kam noch rechtzeitig Hilfe, mal war es schon zu spät. Bei Überfahrten im Dezember 2015 ertranken insgesamt sechs Kinder, so die Staatsanwaltschaft. Ein ähnlicher Fall wurde erst im Sommer vor dem Traunsteiner Landgericht verhandelt: Im August wurden zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt, sie müssen zweieinhalb bis vier Jahre ins Gefängnis

Neun Verhandlungstage sind in Traunstein angesetzt. Ein Urteil ist momentan für den 27. November angepeilt. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa

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