A8-Diskussion wieder angestoßen

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Landkreis - Der Bund Naturschutz bringt wieder Schwung in die Gespräche zur geplanten Sanierung zwischen Rosenheim und der Landesgrenze. Und fordert ein Moratorium für den Ausbau der Autobahn.

Der Bund Naturschutz fordert ein Moratorium bei den Planungen zum Ausbau der A8-Ost und eine mit den 6+2-Varianten wirklich vergleichbare, ergebnisoffene Bewertung der 4+2-Variante.

Um die Ziele der beschlossenen Energiewende zu erreichen, müssen neben Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien auch beim Verkehr die Vermeidung, Verlagerung und die (technische) Verbesserung konsequent vorangebracht werden. Jede eingesparte Kilowattstunde Energie und jeder Liter Benzin, der nicht verbrannt werde, trage zu einer positiven Gesamtbilanz bei.

Statt dem geplanten Maximalausbau der A8 zwischen Rosenheim und der Landesgrenze (6+2) könnte durch eine maßvolle Verbesserung mit nur vier Fahrstreifen, Standspuren und Tempolimit (4+2) dazu ein wichtiger Beitrag geleistet werden. Für eine zukunftsfähige Entwicklung des Straßenverkehrs hätte diese, zur Verkehrsbewältigung ausreichende Lösung auch eine beispielhafte Signalfunktion, weit über den südostbayerischen Raum hinaus.

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„Wir kritisieren deshalb, dass für die vom Bund Naturschutz und mehreren Bürgerinitiativen vorgeschlagene 4+2-Variante im Rahmen des Planungsdialoges keine genauere Bewertung erfolgte. Sie wurde bereits bei der zweiten Arbeitsgruppensitzung per Abstimmung ausgeschlossen, sodass ein Vergleich mit den detailliert untersuchten 6+2-Varianten nicht möglich ist“, erklärte der Landesbeauftragte des Bundes Naturschutz, Richard Mergner. „Der Bund Naturschutz fordert daher ein Moratorium für den Ausbau der A8-Ost und während dieser Unterbrechung die Prüfung der Auswirkungen und Kosten einer 4+2-Variante, um eine objektive Abwägung zu ermöglichen. Dabei ist der im Planungsdialog erarbeitete Kriterienkatalog anzuwenden und ein optimaler Lärmschutz einzuberechnen. Diese Untersuchung muss dann ebenfalls in die Vorlage für das Bundesverkehrsministerium aufgenommen werden“, erklärt Richard Mergner.

Positive Effekte einer 4+2-Lösung mit Tempolimit laut Bund Naturschutz:

  • besserer Verkehrsfluss bei gleichzeitig erhöhtem Fahrzeugdurchsatz
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit
  • erhebliche Verminderung der Lärmbelastung, insbesondere für höher gelegene Gebiete
  • erhebliche Kosteneinsparung und dadurch mehr Geld für aktiven Lärmschutz
  • Reduzierung der Unterhaltskosten
  • Verminderung der Abgasbelastung
  • Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und klimaschädlicher CO2-Emissionen
  • deutlich geringerer Flächenverbrauch
  • keine Neuzerschneidung von Landschaft und Existenzbedrohung von Landwirten
  • deutlich weniger Landschaftseingriffe und Heimatzerstörung

Pressemitteilung Bund Naturschutz e.V./red

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