30 neue Krisenpädagogen für unsere Schulen

+

Landkreis - Drei Jahre dauerte die Fortbildung, bei der Pädagogen lernten, schulische Krisensituationen zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Nun wurden die Zertifikate verliehen:

Bereits zum dritten Mal lud am vergangenen Donnerstag das Schüler- & Studentenzentrum Rosenheim Lehrer, Schulleiter, Vertreter der Erzdiözese München und Freising sowie zahlreiche weitere Ehrengäste zur feierlichen Zertifikatsverleihung der neuen Krisen- und Resilienzpädagogen in Rosenheim, Traunstein und dem Berchtesgadener Land. In einem dreijährigen Fortbildungskurs hatten die Lehrerinnen und Lehrer, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter gelernt, schulische Krisensituationen zu erkennen, um Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kollegen professionell beraten und erste Schritte aus der Krise aufzeigen zu können.

Fit für Krisenfälle wie Mobbing, Suizid und Co.

Die Liste möglicher Krisen im Schulbereich ist lang. Doch über Drogenmissbrauch, Gewalt und Mobbing, häusliche und sexuelle Gewalt, Todesfälle, Suizidandrohungen und Traumatisierungen werde oft nicht gesprochen. Umso wichtiger sei es, in diesen Krisensituationen, die an jeder Schule vorkommen, in geeigneter Weise reagieren zu können. Aus eigener Erfahrung kennen Martin Berwanger, Initiator der Krisen- und Resilienzpädagogik und Berufsschullehrer aus Traunstein, und Werner Kassler, Krisenseelsorger und Lehrer am Finsterwalder-Gymnasium in Rosenheim, die Situation, plötzlich und unerwartet mit den Themen Tod, Suizid und Gewalt konfrontiert zu sein. „Ich fühlte mich damals verunsichert und hatte Angst etwas falsch zu machen“, erzählt Martin Berwanger heute. Doch sei das der Startschuss gewesen, einen Fortbildungskurs ins Leben zu rufen, der erste Schritte aufzeigt, damit Lehrerinnen und Lehrer fit für solche Krisen werden und der eine Vernetzung mit externen Beratungsstellen und Experten, wie Pädagogen, Psychologen, der Drogenberatung oder der Polizei, ermöglicht.

"Die Kursteilnehmer wurden immer emphatischer und achtsamer"

Von der Notwendigkeit einer gestärkten Achtsamkeit sprach Oberstudiendirektor Dr. Alfred Kotter vom Rottmayr-Gymnasium Laufen in seinem Grußwort. Er habe beobachten können, wie die Kolleginnen und Kollegen seiner Schule, die diese Ausbildung zum Krisen- und Resilienzpädagogenauf sich genommen haben, immer empathischer und achtsamer wurden im Umgang mit Schülerinnen und Schülern. Dies sei in der heutigen Zeit von immer größer werdender Bedeutung. Angesichts dieses Engagements müsste Altkanzler Gerhard Schröder sicherlich sein einseitiges Lehrerbild revidieren, so Dr. Kotter. Studiendirektorin Ulrike Murr, Abteilungsleiterin im Ressort Bildung der Erzdiözese München und Freising, betonte in ihrer Rede, dass die Arbeit der Krisen- und Resilienzpädagogen ganz im Sinne von Papst Franziskus als Hinwendung der Kirche an die Ränder der Gesellschaft zu verstehen sei, die sich aber manchmal ganz in unserer Nähe und sogar in unseren Schulen befinden könnten.

30 neue Krisen- und Resilienzpädagogen wurden geehrt

Zusammen mit dem Fachbereichsleiter für Schulpastoral, Pastoralreferent Gerhard Schneider, überreichte Frau Murr schließlich im Rahmen der Feierstunde den 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Zertifikate und dankte ihnen und besonders auch den Kursleitern, Herrn Berwanger und Herrn Kassler, für ihr Engagement. Damit hat bereits die dritte Kursgruppe die dreijährige Fortbildung zum Krisen- und Resilienzpädagogen erfolgreich abgeschlossen. Ein vierter Kurs startete bereits mit erneut über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im vergangenen April. "Ganz gleich, um welche Krise es sich handelt, wir Lehrer dürfen niemals wegschauen", fasste Kursleiter Werner Kassler am Ende zusammen.

Pressemeldung Krisenseelsorge im Schulbereich (KiS) der Erzdiözese München und Freising

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser