Neue Therapiemöglichkeit für MS-Patienten

+
Zahlreiche Besucher folgten der Einladung zur MS-Informationsveranstaltung

Rosenheim - Anlässlich des Welt-Multiple-Sklerose-Tages fand im RoMed Klinikum Rosenheim ein Infoabend statt. Es gab Informationen zu neuen Behandlungsmöglichkeiten für MS.

Der Einladung folgten über 80 interessierte Besucher jeden Alters. Es gibt in Deutschland rund 130.000 erkrankte Personen, überwiegend sind junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren betroffen. MS ist eine Autoimmunerkrankung, wie zum Beispiel auch Rheuma, bei der körpereigenes Nervengewebe angegriffen wird. Es entstehen Entzündungsreaktionen im Zentralnervensystem, die durch Kernspintomographie und Untersuchung des Hirnwassers nachweisbar sind. MS ist die häufigste zu Behinderung führende Krankheit bei jungen Erwachsenen.

Dr. Christoph Schormair vom Kompetenznetz Neurologie und Seelische Gesundheit Rosenheim zeigte zu Beginn anhand eines Patientenbeispieles mögliche Erstsymptome. Dazu gehören Sehbeeinträchtigungen, die nach Wochen wieder verschwinden, aber auch Gefühlsstörungen und Störungen des Gehens. Weitere mögliche Symptome reichen von Sprechstörungen, Schwindel und Lähmungserscheinungen bis zu Blasenentleerungsstörungen, die sich in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien einstellen können.  

Anschließend berichtete Schormair kurz über die Behandlungsgeschichte mit den derzeitigen Therapieoptionen und die Ziele künftiger Therapien. Im Augenblick sind etliche neue Medikamente in der Erprobung, die voraussichtlich in den nächsten Jahren zugelassen werden. Diese Medikamente wirken häufig zielgerichteter und sind zum Teil wirksamer, einige zielen auch auf den Schutz und die Regeneration von Nervenzellen ab. Generell werde die Therapie in der Zukunft noch stärker individuell auf die einzelnen Patienten abgestimmt werden.

Dr. Hanns Lohner, Chefarzt der Neurologie am RoMed Klinikum Rosenheim, ging genauer auf die bewährten Medikamente und die aktuellen Neuigkeiten in der Therapie ein. Diese stehe auf vier Säulen, die individuell zum Tragen kommen. Man unterscheide hierbei die Therapie beim akuten Entzündungsschub, die Prophylaxe weitere Schübe, die Therapie gegen einzelne Symptome und die Rehabilitative Behandlung. Anschaulich erklärte er zu jeder der vier Säulen die Behandlungsziele, Behandlungsformen und den weiteren Therapieverlauf. Da die Entzündungsaktivität zu Beginn der Erkrankung am höchsten sei, sei dies der optimale Zeitpunkt für einen Therapiebeginn.

Aber nicht nur Medikamente, sondern auch die Physiotherapie spielt eine wichtige Rolle in der Therapie bei Multipler Sklerose, wie Michael Foros, Leiter des Zentrums für Physiotherapie am RoMed Klinikum Rosenheim, erklärte. Zur Vermeidung von Funktionsstörungen des Bewegungssystems sowie zur Erhaltung von natürlichen Bewegungsabläufen gibt es verschiedene physiotherapeutische Konzepte, nach denen behandelt wird. Auch eigenständige Übungen sind möglich, wobei man jedoch seine eigene Leistungsgrenze kennen und beachten sollte, da eine Überlastung zu einer Verschlechterung führen könne.

Anschließend nahmen die Zuhörer zahlreich die Gelegenheit wahr, mit den einzelnen Referenten auch individuelle Fragen zu besprechen.

Pressemitteilung RoMed Klinkum Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser