"Neuer Weg": Anklage wegen Missbrauch

München - Die Staatsanwaltschaft München II hat Anklage gegen den Leiter sowie drei Angestellten der "Neuer Weg GmbH" wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen erhoben.

Die Staatsanwaltschaft München II hat die umfangreichen Ermittlungen gegen den ehemaligen Leiter sowie drei Angestellte der Einrichtung "Neuer Weg GmbH" abgeschlossen. Mit einem schnellen Urteil ist jedoch nicht zu rechnen.

Auf der Grundlage des Ergebnisses von Durchsuchungen, der Vernehmung zahlreicher Heimmitarbeiter sowie Bewohner und nach Einholung von Sachverständigengutachten wurde Anfang Februar 2010 Anklage zum Landgericht München II wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung in insgesamt 107 Fällen, jeweils begangen in unterschiedlicher Tatbeteiligung, erhoben.

In den Heimeinrichtungen der "Neuer Weg GmbH" in Fischbachau und Hausham sind ca. 60 psychisch schwerstauffällige Bewohner nach dem Bayerischen Unterbringungsgesetz untergebracht. Das Konzept der Einrichtung fußt darauf, bei den Bewohnern auf die Verabreichung von Psychopharmaka weitgehend zu verzichten und den Untergebrachten ein möglichst selbständiges Leben innerhalb der Einrichtung zu ermöglichen.

Dem ehemaligen Heimleiter wird zur Last gelegt, über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren die drei Mitangeschuldigten zu systematischen Gewaltanwendungen gegenüber den schutzbefohlenen Heimbewohnern aufgefordert und in zahlreichen Fällen selbst ohne Rechtfertigung Gewalt angewendet zu haben. Auch den drei Mitangeschuldigten werden vielfache, teilweise massive Körperverletzungen an einigen Heimbewohnern über den genannten Zeitraum vorgeworfen.

Der Heimleiter und die drei Mitarbeiter wurden Mitte September 2009 festgenommen. Er und zwei der drei Mitangeschuldigten befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft.

Pressemitteilung Staatsanwaltschaft München II

Rubriklistenbild: © dpa

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