Diese Zahlen entscheiden über Lockerungen

Neuer Inzidenzwert 35: Wie viele Menschen in der Region sich jetzt noch anstecken dürfen

Markus Söder gibt die neuen Corona-Regeln für Bayern bekannt.
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Markus Söder gibt die neuen Corona-Regeln für Bayern bekannt.

Für Lockerungen des Lockdowns gilt nun eine andere Schwelle: 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Doch wie viele Menschen dürften sich dann eigenlich pro Woche in der Region noch anstecken? Wir haben die Zahlen für unsere Landkreise.

Landkreis - Bund und Länder haben am 10. Februar die Fortsetzung des Lockdowns beschlossen und dies mit der Gefahr durch Corona-Mutationen begründet. Das heißt, dass es vorerst bei Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht und den derzeitigen Regeln bleibt. Mit einem Unterschied: Der Inzidenzwert für Lockerungen wurde auf 35 herabgesetzt.

Neuer Schwellenwert im Mittelpunkt

Monatelang blickte die Republik auf die Zahl 50: Es geht um die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter diesem Wert waren Lockerungen der Corona-Maßnahmen möglich. Diesen Eindruck erweckten Bund und Länder jedenfalls in den Beschlüssen, die sie seit dem Herbst fassten.

Nun rückt aber der neue Schwellenwert in den Mittelpunkt: „Aus heutiger Perspektive, insbesondere vor dem Hintergrund der Unsicherheit bezüglich der Verbreitung von Virusmutanten, kann der nächste Öffnungsschritt bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner durch die Länder erfolgen“, heißt es in dem Beschluss, den Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Mittwoch fassten.

Die Zahlen für die Region

Doch wie viele Menschen dürfen sich innerhalb einer Woche dann nur noch mit Corona anstecken, um diesen Wert 35 zu erreichen? Wir haben es für die OVB24-Landkreise ausgerechnet:

Landkreis Traunstein mit 177.324 Einwohnern dürften sich innerhalb einer Woche nur noch 62 Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Im Landkreis Rosenheim mit seinen rund 265.000 Einwohnern sind es 92 Neuinfektionen pro Woche. Anders sieht die Zahl in der Stadt Rosenheim mit 63.695 Einwohnern aus. Hier dürften sich nur 22 Menschen pro Woche, also im Schnitt drei pro Tag infizieren. Im Landkreis Altötting mit rund 111.000 Einwohnern liegt die erlaubte Neuinfektionszahl bei 39 Personen pro Woche. Im Nachbarlandkreis Mühldorf am Inn ist eine Infektion mehr erlaubt, also 40, um den Inzidenzwert von 35 zu ereichen. Im Landkreis Berchtesgadener Land mit rund 106.000 Einwohnern dürften sich nur noch 37 Menschen pro Woche anstecken.

Wie lässt sich die 7-Tage-Inzidenz berechnen?

Um die 7-Tage-Inzidenz zu berechnen, braucht es insgesamt zwei Angaben: Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage sowie die Einwohnerzahl der Stadt oder des Kreises. Die Zahl der Neuinfektionen wird addiert, den Wert teilt man durch die Einwohnerzahl einer Stadt oder eines Kreises und multipliziert das Ergebnis mit 100.000.

Was sagt die 7-Tage-Inzidenz aus?

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz soll das Infektionsgeschehen regional vergleichbar machen. Sie gibt an, wie viele Personen sich in einer Stadt oder einem Kreis innerhalb der vergangenen sieben Tage angesteckt haben, bezogen auf 100.000 Einwohner. Bund und Länder haben vereinbart, dass die 7-Tage-Inzidenz entscheidend für mehr Einschränkungen und verschärfte Maßnahmen bzw. Lockernungen ist. War es bislang der Wert 50, so hat die Regierung diesen Wert am 10. Februar auf 35 herabgesetzt..

jb

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