Investorgruppe übernimmt Müller Brot

Neufahrn - Eine Investorengruppe um Klaus Ostendorf und den Müller-Brot-Geschäftsführer Stefan Huhn übernehmen Müller-Brot. Rund 700 Mitarbeiter müssen gehen.

Die insolvente Großbäckerei Müller-Brot ist gerettet. Der Gläubigerausschuss des Unternehmens hat sich einstimmig entschieden, ein Angebot einer Investorengruppe um Klaus Ostendorf und den Müller-Brot-Geschäftsführer Stefan Huhn anzunehmen. Der vorläufige Insolvenzverwalter der Müller-Brot GmbH, Hubert Ampferl, informierte die Mitarbeiter über das Angebot und die weiteren Schritte nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang April.

Mitarbeiter streiken wegen der Müller Brot Übernahme durch Ostendorf

Die Übernahme des Unternehmens erfolgt im Rahmen eines so genannten „Management Buy-outs“, kurz: MBO. Das bedeutet, Käufer ist eine Gruppe von Managern um Klaus Ostendorf und den Müller-Brot-Geschäftsführer Stefan Huhn. Übernommen werden die Immobilien und Anlagen am Standort Neufahrn inklusive der Marken-, Lizenz- und Patentrechte, außerdem 151 der 230 Filialstandorte. Die Übernehmer wollen sich schnellstmöglich bei den zuständigen Gesundheitsbehörden um die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Produktion bemühen.

Nach der jüngsten Ablehnung der Gesundheitsbehörden waren noch zwei Investoren übrig geblieben, die sich für die Übernahme des gesamten Unternehmens interessiert hatten. Der Gläubigerausschuss hatte sich schließlich nach umfassender Beratung für das Angebot der Investorengruppe entschieden. Ein notarieller Kaufvertrag steht noch aus und soll in Kürze geschlossen werden. Der Geschäftsübergang soll schon zum 1. April erfolgen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. „Der Verkauf ist vor dem Hintergrund der Ausgangssituation ein Erfolg für alle, für die Gläubiger ebenso wie für die Mitarbeiter“, betonte Ampferl heute Nachmittag in Neufahrn. „Schließlich hatte zuletzt kaum noch jemand daran geglaubt, dass eine Rettung möglich wäre.“

Aktuell sind noch rund 1.080 Arbeitnehmer bei Müller-Brot beschäftigt. Nach dem Erwerberkonzept der Investoren können davon im Rahmen des Neustarts bis zu 400 Mitarbeiter übernommen werden. Die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter werden umgehend freigestellt. Ampferl hat bereits die Gespräche mit dem Betriebsrat für Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. „Mein Team und ich haben in den letzten sechs Wochen jeden Tag um den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze gekämpft“, sagte Ampferl. „Angesichts der äußerst schwierigen Umstände hätte es weit schlimmer kommen können. Insgesamt freue ich mich, dass es gelungen ist, einige hundert Arbeitsplätze und das Unternehmen zu erhalten.“

Pressemitteilung moeller pr

Rubriklistenbild: © dpa

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