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Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

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Aus dem Gerichtssaal:

Raiffeisenbank: Hält sie 26.000 Euro zurück?

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Anna Dirnberger klagt gegen die Raiffeisenbank in Neumarkt-St. Veit.

Neumarkt-St. Veit/Traunstein - Haben die Sparzertifikate ihres Vaters noch Gültigkeit? Oder ist die Auszahlung schon erfolgt? Anna Dirnberger will Klärung und klagt gegen die Raiffeisenbank.

Haben die Zertifikate ihres Vaters noch ihre Gültigkeit? Oder ist die Auszahlung tatsächlich schon erfolgt? Anna Dirnberger will Klärung und klagt gegen die Raiffeisenbank in Neumarkt-St. Veit, die ihr angeblich insgesamt 51.000 Mark (26.000 Euro) vorenthalten soll. Die Verhandlung findet heute in Traunstein statt.

Verhandlungsgegenstand sind drei Verträge von Sparzertifikaten, die der Vater von Anna Dirnberger, der Neumarkt-St. Veiter Heinrich Ganghofner, zwischen 1991 und 1999 bei der damaligen Raiffeisenbank Neumarkt-St. Veit abgeschlossen hatte. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag von rund 51.000 Mark (rund 26.000 Euro), die Ganghofener damals eingezahlt hatte, wie die Schriftstücke belegen. Ein finanzieller Grundstock, der sich in all den Jahren ordentlich verzinsen sollte mit Sätzen zwischen 3,5 und acht Prozent. Als Anna Dirnberger nach dem Tod ihrer Eltern - der Vater starb 2002, die Mutter nur ein Jahr später - ihr Erbe durch die Rückgabe der Zertifikate einfordern wollte, sei dies von der Bank zurückgewiesen worden. Die Auszahlung sei bereits erfolgt, erinnert sich Dirnberger an damalige Aussagen der Bank, die daraufhin die Zahlung verweigert hatte.

"Es gab aber keine Auszahlung", bestreitet die 61-Jährige, die seit mittlerweile zwölf Jahren um ihr Erbe kämpft, worüber damals auch der Mühldorfer Anzeiger berichtet hatte. 2004 hatte sie gegen die Raiffeisenbank prozessiert, weil die Bank der ehemaligen Neumarkterin ihr Geld aus einem Grundstücksverkauf nicht aushändigen wollte. Es ging um rund 100.000 Euro, die die Bank behalten wollte. Eine Verbindlichkeit, deren Grundlage die Raiffeisenbank in einer Bürgschaft für ihren verschuldeten Ex-Mann gesehen haben wollte. Der Fall endete damals in einem Vergleich, 25.000 Euro wurden der Bank letztlich zugestanden.

Der Streit um die Zertifikate war zwischenzeitlich eingeschlafen, krankheits- und kostenbedingte Gründe nennt Dirnberger: "Die Anwaltskosten waren nicht mehr zu bewältigen."

Jetzt aber wagt sie, unterstützt von ihrer Versicherung, den Schritt vor Gericht, beruft sich auf die Echtheit ihrer Zertifikate und besonders auf eine Stelle, die in allen drei Zertifikaten vertraglich festgelegt worden war: "Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe dieses Zertifikates bei der ausstellenden Bank", heißt es. "Aber die halte ich ja noch in den Händen." Die Zertifikate hätten bei einer erfolgten Auszahlung entwertet werden müssen, "zumindest aber sollten sie einen Vermerk enthalten." Dies ist jedoch nicht der Fall.

Ihr Anwalt, Steffen König aus Traunreut, sieht gute Chancen, das Dirnberger zu ihrem Geld kommt. Obwohl es Belege für die von der Bank getätigten Auszahlung geben soll. "Die Raiffeisenbank ist in der Beweislast. Es wird spannend inwieweit diese Belege als Beweisstück für eine erfolgte Auszahlung aus diesem Sparkonto dienen können. Und ob das Geld tatsächlich aus den Zertifikaten stammt. Eine dubiose Geschichte." Besonders fragwürdig erscheint ihm dabei ein bereits ins Spiel gekommener Beleg, der sogar mit der Unterschrift seiner Mandantin versehen sein soll. "Dabei befand sich diese nachweislich genau zu diesem Zeitpunkt in einer Vernehmung mit der Kripo, weil tags zuvor die Mutter von Frau Dirnberger verstorben worden war."

Dirnberger selbst wiederum holt Belege von angeblichen Auszahlungen hervor - im konkreten Fall von rund 15.000 Mark - an ihrem Vater, die aber nicht etwa durch eine Unterschrift abgesegnet wurden, sondern lediglich über der Unterschriftenzeile den handschrifltichen Vermerk enthalten "siehe Anlage".

Nur einer der spannenden Punkte dieser Verhandlung, wie König andeutet. Neben den eingezahlten 26000 Euro spricht Dirnbergers Anwalt von rund 20.000 Euro Zinsen, die sich in all den Jahren angesammelt hätten und auf die Dirnberger zusätzlich Anspruch habe. Seiner Einschätzung nach seien die Geldbeträge nicht verjährt, die vor der fünften Zivilkammer des Landgerichts Traunstein am heutigen Freitag verhandelt werden.

Die Raiffeisenbank Neumarkt-St. Veit-Reischach äußert sich im Vorfeld nur knapp, "leider schränkt uns das Bankgeheimnis erheblich zu einer entsprechenden Darstellung ein", erklärt dazu Claus Seisenberger Vorstand der Raiffeisenbank Neumarkt-St. Veit-Reischach. Er betont: "Eine Auszahlung beziehungsweise Gutschrift der Sparzertifikate ist nachweislich erfolgt. Eine Doppelzahlung lehnen wir trotz der nicht entwerteten Sparzertifikate ab." Er weist darauf hin, dass eine in 2009 gestellte Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Traunstein durch Frau Dirnberger, ergebnislos eingestellt worden sei.

Beginn der öffentlichen Sitzung im Raum B137 ist um 10.30 Uhr.

je/Neumarkter Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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