Nach Leichenfund: Todesursache nun klar

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Neuötting  - Im April wurde ein 32-Jähriger tot in seiner Wohnung gefunden. Zwar gab es keine Hinweise auf eine Gewalttat, doch die Todesursache war bis jetzt rätselhaft!

Nach aufwändigen Untersuchungen beim Bayerischen Landeskriminalamt und der Rechtsmedizin steht jetzt fest: Der Mann starb höchstwahrscheinlich an den Folgen des Konsums einer „Kräutermischung“.

Weil sie ihn seit Tagen nicht mehr telefonisch erreicht hatten, sahen Bekannte am Vormittag des 28. April in der Wohnung des Mannes nach. Sie fanden ihn leblos vor, auch der sofort alarmierte Notarzt konnte nicht mehr helfen.

Die Ermittlungen in diesem Fall wurden von der Kripo Mühldorf übernommen. Bei der durchgeführten Obduktion im Rechtsmedizinischen Institut in München ergaben sich keine Hinweise auf die Beteiligung Dritter, eine eindeutige Todesursache konnte aber nicht festgestellt werden. Weil der Mann als Drogenkonsument bekannt war und in der Wohnung verschiedene einschlägige Utensilien gefunden worden waren - darunter auch ein volles und ein leeres Päckchen einer „Kräutermischung“ - wurden beim Bayerischen Landeskriminalamt und beim Institut für Rechtsmedizin weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben.

Das Ergebnis dieses toxikologischen Gutachtens liegt nun seit wenigen Tagen vor! Demnach wurde im Blut des Verstorbenen das synthetische Cannabinoid „XLR-11“ gefunden, was eindeutig auf den Konsum der „Kräutermischung“ zurückzuführen ist. Andere Wirkstoffe fanden die Mediziner nicht. Der Tod des 32-Jährigen ist somit mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Konsum der „Kräutermischung“ zurückzuführen.

Polizei warnt vor "Legal Highs"

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nimmt diesen tragischen Fall zum Anlass um erneut vor den unberechenbaren Gefahren von sogenannten „Legal Highs“ zu warnen.

Sie werden unter anderem als Kräutermischungen, Badesalze oder „Legal Ecstasies“ angeboten und meist über das Internet vertrieben. Diese Stoffe beinhalten Rauschmittel, die auf der Verpackung nicht ausgewiesen sind und zu Rauschzwecken konsumiert werden. Oftmals handelt es sich dabei um synthetische Cannabinoide, die überwiegend dem Betäubungsmittelgesetz, gegebenenfalls auch dem Arzneimittelgesetz, unterliegen. Der Umgang mit diesen Produkten ist somit verboten!

Das sagt der Polizei-Experte:

Kriminalhauptkommissar Karl Riepertinger, beim Polizeipräsidium zuständig für die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität: „Die Zahl neu entdeckter Substanzen hält auf dem Drogenmarkt unverändert an. Es werden immer wieder neue Stoffe zusammengemischt, um das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen. Die gesundheitlichen Folgen sowie deren Wirkung sind deshalb für Konsumenten nicht absehbar. Die Konsumenten haben letztlich nie Sicherheit, welche Stoffe sie tatsächlich zu sich nehmen. Noch gibt es zu Kurz- und Langzeitfolgen keine fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Aus Konsumentenerfahrungen ist jedoch bekannt, dass Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Kreislaufversagen, Bewußtlosigkeit, bis hin zu schweren Vergiftungen regelmäßig als Nebenwirkungen auftreten können. Wir haben auch Erkenntnisse, dass der Konsum dieser Stoffe offensichtlich zu schweren Psychosen führen kann, aus denen die Konsumenten in Einzelfällen nur mehr den Suizid als Ausweg sehen.“

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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