Kuriosum nahe Neuötting

Warum man auf der A94 nur von der Autobahn abfahren kann

Neuötting/Alzgern - Auf der A94 gibt es eine Abfahrt nahe Alzgern, da können Autofahrer lediglich von der Autobahn abfahren oder in die andere Richtung auffahren. Dieses Kuriosum beschäftigt Menschen der Region bis heute.

Die Ausfahrt Nummer 24 auf der Autobahn A94 ist anders als normale Anschlussstellen. Und zwar funktioniert die Abfahrt Neuötting-Ost/Alzgern immer nur in eine Richtung.

Aus Richtung Passau beziehungsweise in Richtung München kann man die Autobahn dort nur verlassen, aber nicht drauffahren. Aus Richtung München nach Passau kann lediglich auf die Autobahn gefahren werden, aber nicht heraus.

Dieses Kuriosum beschäftigt einen unserer Leser, weshalb er sich damit an die Redaktion gewandt hat. Was haben sich die Planer damals gedacht, diese Ein- beziehungsweise Ausfahrt so anzulegen und in ihrer Funktion derart zu begrenzen, fragt er sich.

Nach einer Recherche in den Planfeststellungsunterlagen aus den 1990er Jahren hat Sprecher Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern folgende Antwort parat. "Ursprünglich waren für die A94 nur die Anschlussstelle Neuötting und die Anschlussstelle Marktl/Burghausen geplant", erklärt er. "Im Planfeststellungsverfahren haben der Landkreis Altötting und die Stadt Neuötting einen weiteren Anschluss bei Alzgern angeregt."

In einer Tektur wurde nachträglich von der Regierung von Oberbayern bei Alzgern ein sogenannter Halbanschluss mit folgender Begründung genehmigt:

"Der höhenfreie Anschluss der Bundesstraße B12 nördlich von Alzgern an die Bundesautobahn A94 erfolgt aufgrund der zu erwartenden Verkehrsbelastungen als Halbanschluss mit der Verkehrsbeziehung von Altötting/Neuötting nach Marktl und von Marktl nach Neuötting. Ein Vollanschluss hätte einen erheblichen Flächenmehrverbrauch verursacht. Mit den dafür notwendigen Ausgleichs- und Ersatzflächen hätte dies zu einer tatsächlichen Inanspruchnahme von etwa drei Hektar landwirtschaftlicher Flächen geführt. Da aber ein Vollanschluss letztlich nur für die Bewohner von Alzgern nützlich ist und der Umweg bei einer Fahrt nach Westen über die alte B12 und die Industriestraße minimal ist und auch keine konzentrierte Wohnbebauung berührt, war der Vollanschluss abzulehnen."

"Bei der Planung von Autobahnen unterliegen wir dem Gebot der Flächenminimierung", erklärt Josef Seebacher. "Bei der Anschlussstelle Alzgern musste daher aus Gründen des Flächensparens statt eines Vollanschlusses ein flächensparender Halbanschluss gebaut werden."

Tamara Zühlsdorff/ksl

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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