„Nicht alltäglich, aber wertvoll für die Praxis!“

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München - Vom 5. bis zum 7. Oktober 2010 fand in Bayern eine internationale Kontrollaktion statt. Petra Sandles, Vizepräsidentin des Bayerischen Landeskriminalamtes bezeichnet das Ergebnis als "nicht alltäglich".

Als „Nicht alltäglich, aber um so wertvoller für die Praxis!“ beurteilte Petra Sandles, Vizepräsidentin des Bayerischen Landeskriminalamtes, die internationale Kontrollaktion, die vom 05. bis 07. Oktober 2010 in Bayern stattfand und deren Ergebnis.

Unter der Koordination des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) kontrollierten Polizeibeamte der Polizeiinspektionen Fahndung (PIF) aus Rosenheim, Traunstein, Waidhaus und Passau zusammen mit Kollegen aus Italien, Spanien, England, Frankreich, Schweden, der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und Interpol drei Tage lang ca. 700 Fahrzeuge.

Initiiert wurden diese europäischen Kontrollen von Interpol Lyon, eine derartige Aktion fand erstmalig in Deutschland statt, zuvor wurden solche Kontrollen in Italien, Spanien und Bosnien durchgeführt.

Großkontrolle der Polizei am A8-Inntaldreieck

Ziel war die Bekämpfung der internationalen Kfz-Kriminalität. Nachdem seit 1993 die Zahl der gestohlenen, bzw. unterschlagenen Kraftfahrzeuge kontinuierlich sank, musste die Statistik seit 2008 wieder mehr Autodiebstähle vermelden. So wurden 2009 in Bayern 2610 Fahrzeuge als gestohlen gemeldet (2008: 2489 Fahrzeuge). Dies bedeutet einen Anstieg um fünf Prozent, während zuvor die Zahl der entwendeten Fahrzeuge in den letzten zehn Jahren um 35 % gesunken war.

Insbesondere gestohlene hochwertige Pkws werden seit einigen Jahren vermehrt nach Osteuropa gebracht, so dass sich die Fahnder auf diese Fahrtrouten konzentrierten.

Während der Kontrollen konnte durch die PIF Traunstein ein in Italien gestohlener Porsche Cayenne sichergestellt werden. Der 59-jährige Schweizer Fahrer wurde festgenommen. Ein in Tschechien gestohlener Fiat Ducato ging den Fahndern in Rosenheim ins Netz. Auch hier wurde der 20-jährige tschechische Fahrer festgenommen. Hier sind noch weitere Ermittlungen notwendig.

Außerdem konnten fünf am Lac du Bourget/F als gestohlen gemeldete Bootsmotoren im Bereich Traunstein sichergestellt werden. Die sechs rumänischen Staatsangehörigen, die die Motoren bei sich hatten, wurden ebenfalls festgenommen.

Durch die PIF Rosenheim konnte ein 32-jähriger Pole mit 5000 Euro Falschgeld, ein 32-jähriger Kameruner mit totalgefälschten Papieren, ein 27–jähriger Kosovare, der zur Ausweisung ausgeschrieben war und ein 43-jähriger isländischer Schleuser, der vier Asiaten im Alter von 15 bis 22 Jahren nach Deutschland bringen wollte, festgenommen werden.

Von Beamten der PIF Passau wurden vier Rumänen, die 21 gefälschte Kreditkarten bei sich hatten, festgenommen.

Daneben stellten die Polizisten in Bayern einige Gramm Rauschgift und verschiedene verbotene Gegenstände, die unter die Bestimmungen des Waffengesetzes fallen, sicher. Auch hier erwarten die Besitzer Strafanzeigen.

Eine besondere Enttäuschung mussten drei Italiener aus Modena am Donnerstag, den 07 Oktober 2010, bei der Kontrollstelle am Inntaldreieck, Fahrtrichtung München erfahren. Nachdem sie der kontrollierende Polizeibeamte nach ihrem Fahrtziel gefragt hatte, mussten sie erfahren, dass sie für den von ihnen angestrebten Oktoberfestbesuch drei Tage zu spät losgefahren waren. Da weder das Fahrzeug noch die Insassen polizeilich zu beanstanden waren, durften die drei Italiener ihre Reise fortsetzen, das neue Ziel blieb ihr Geheimnis.

Gemeinsame Kontrollen europäischer Polizeibeamter sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, Erfahrung und Fachwissen auszutauschen und auch in Zukunft ein unverzichtbares Instrument zur Bekämpfung internationaler Kriminalität.

Pressemitteilung des Bayerischem Kriminalamtes

Rubriklistenbild: © re

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