Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

So oft gab es in den letzten zehn Jahren Probleme

Störungen beim Notruf häufen sich auch in der Region: Das sind die Gründe

In letzter Zeit häuften sich Störungen bei den Notrufnummern 110 beziehungsweise 112. (Symbolbild)
+
In letzter Zeit häuften sich Störungen bei den Notrufnummern 110 beziehungsweise 112. (Symbolbild)

Elfmal gab es in den letzten zehn Jahren Probleme mit dem Polizei-Notruf in Bayern – davon allein achtmal im Jahr 2021. Bei der 112 gab es ebenfalls Beeinträchtigungen, auch in der Region. Wie oft genau und was die Gründe dafür sind, erfahrt Ihr hier.

Bayern – Die Notrufnummern 110 beziehungsweise 112 sind die wohl wichtigsten Telefonnummern in Deutschland. Unter diesen Nummern erreicht man rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr Hilfe. Sofern die Technik mitspielt

Und genau das war gerade im letzten Jahr des Öfteren problematisch. In ganz Bayern häuften sich die Beeinträchtigungen beim Notruf – auch in der Region. Im Freistaat wurden seit dem 29. Januar 2021 acht Störungen im Polizei-Notruf 110 registriert. In vier Fällen traten die Störungen flächendeckend im ganzen Bundesland auf, außerdem gab es je zwei regionale Störungen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sowie des Polizeipräsidiums Niederbayern.

SPD-Abgeordneter stellt Anfrage zu Notrufausfällen an Bayerischen Landtag

Wie aus einer schriftlichen Anfrage des SPD-Abgeordneten und Berufsfeuerwehrmannes Stefan Schuster an den Bayerischen Landtag hervorgeht, war beispielsweise am 1. Februar 2021 der Notruf 110 im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd teilweise nicht erreichbar, Anrufe kamen nicht zustande. Der Fehler konnte im Anschluss beim Anbieter Telekom/Telefonica lokalisiert werden.

Anfang Juli gab es im gleichen Zuständigkeitsbereich Kapazitätseinschränkungen bei der 110. Der Grund: Probleme mit technischen Komponenten, die allerdings durch einem Neustart des Systems behoben werden konnten.

Notruf kann trotz Störung erreichbar sein

Doch was genau bedeutet eine Störung des Notrufes? „Eine Störung liegt vor, wenn der Notruf an sich funktioniert, aber vereinzelt Gespräche nicht zustande kommen beziehungsweise aus bestimmten Netzen nicht zugestellt werden können“, heißt es dazu seitens des Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration.

ILS Traunstein Ende 2020 von Ausfall betroffen

Beim Notruf von Feuerwehr und Rettungsdienst 112 gab es Ende September und Mitte November des vergangenen Jahres jeweils bundesweite Ausfälle. In beiden Fällen waren die Notrufnummern netz- und standortunabhängig für 45 beziehungsweise 70 Minuten nicht erreichbar.

Am 17. Dezember 2020 war zudem die Integrierte Leitstelle (ILS) Traunstein, die für die Landkreise Traunstein, Mühldorf am Inn, Altötting und Berchtesgadener Land zuständig ist, von einem regionalen Ausfall betroffen. Ein konkreter Grund dafür wurde von Seiten des Innenministeriums nicht genannt.

So oft gab es in den letzten zehn Jahren in Bayern Probleme mit dem Notruf

ArtNotrufnummerAnzahl
Störung11253
Störung11011
Regionaler Ausfall1125
Regionaler Ausfall1100
Bayernweiter Ausfall1122
Bayernweiter Ausfall1100

Betrachtet man die absoluten Zahlen, gab es beispielsweise in den letzten zehn Jahren in Bayern insgesamt elf Störungen beim Polizei-Notruf 110 – davon acht im vergangenen Jahr. Doch weshalb häuften sich in der letzten Zeit die Probleme? Das bayerische Innenministerium führt die Beeinträchtigungen auf die Abschaltung des Telekommunikationsnetzes ISDN zurück.

ISDN-Abschaltung führt zu Problemen beim Notruf

„Systemimmanent muss festgestellt werden, dass das Gros der Beeinträchtigungen – nicht nur den Notruf betreffend – in Summe in den Zeitraum der Umstellung von ISDN auf die IP-Technologie ab 2018 bis 2021 fällt“, heißt es seitens des Ministeriums. „Für die Zukunft sollte von einer Stabilisierung der Technik ausgegangen werden“, zeigt sich das Ministerium jedoch zuversichtlich.

Was tun bei Notruf-Störungen?

Wenn der Notruf ins Leere läuft, ist es wichtig, über mögliche Alternativen Bescheid zu wissen. Grundlegend gibt es für Beeinträchtigungen bei den Nummern 110 und 112 diverse andere Möglichkeiten, um im Ernstfall Hilfe zu holen.

Stefan Sonntag, Polizeihauptkommissar und Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, empfiehlt auf Anfrage von rosenheim24.de beispielsweise bei einer Störung der 110 entweder die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle zu wählen oder es über die 112 zu versuchen.

Falls es sich um einen langfristigen Notrufausfall handeln würde, könnten die Feuerwehren sowie weitere rettungsdienstliche Einheiten alarmiert werden, um die Gerätehäuser zu besetzen. Anton Groschack, Leiter der Integrierten Leitstelle (ILS) Traunstein, erklärt auf Anfrage von chiemgau24.de: „Die Feuerwehrgerätehäuser dienen dann als zentrale Anlaufstellen für die Bürger.“

aic

Kommentare