500 Unterschriften gesammelt

Oberbergkirchen geschlossen gegen B15 neu

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Die Oberbergkirchner Bürgerinitiative überreichte Bürgermeister Michael Hausperger 500 Unterschriften gegen die B15 neu.
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Oberbergkirchen - Gemeinderat und Bürger gehen Seite an Seite: Mit 500 Unterschriften unterstützt die Bürgerinitiative einen Gemeinderatsbeschluss gegen die B15 neu.

Vor einigen Wochen hat die Autobahndirektion Südbayern mit der Anmeldung der B15 neu zum Bundesverkehrswegeplan die Debatte um die Trasse neu entfacht - und Gemeinden zum Widerstand bewegt, die sich mit der Thematik vorher kaum beschäftigt hatten. Die Behörde hatte, einfach um überhaupt eine mögliche Trassenführung für den Bundesverkehrswegeplan vorlegen zu können, eine Streckenführung gewählt, die mit wenig Bedenken im Bereich des Umweltschutzes verbunden war. Plötzlich lag auch die Gemeinde Oberbergkirchen auf der Route. "Das ist Wahnsinn gewesen", erinnert sich Bürgermeister Michael Hausperger heute. In der Gemeinde formierte sich rasch Widerstand gegen die B15 neu, eine Bürgerinitiative entstand, und heute steht die Oberbergkirchen geschlossen gegen die B15 neu in jener Form, die zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet wurde.

Gemeinderat einstimmig gegen Trassenverlauf

Dossier:

Die Debatte um die B15 neu

Einstimmig votierte der Gemeinderat jüngst gegen eine autobahnähnlich ausgebaute B15 neu mit eben jener Trassenführung. "Diese Trasse ist nicht geeignet, weil sie keine Entlastungswirkung für Dorfen, Taufkirchen und St. Wolfgang hat", erklärt Bürgermeister Michael Hausperger. Die Trasse sei von diesen Gemeinden schlicht zu weit entfernt. Zudem müsste Verkehr, der aus Landshut gen Süden unterwegs ist, über diese Trassenführung einen Umweg von 25 Kilometern in Kauf nehmen. "Und dann der Flächenfraß: Man sagt immer, man soll nicht alles zuteeren", so Hausperger. Würde man aber die B15 neu so bauen, wie nun angemeldet, müsste man in Dorfen ebenfalls etwas tun, um die Ortschaft zu entlasten. Davon ist Hausperger überzeugt. Ein doppelter Flächenverbrauch wäre die Folge.

"Man rennt offene Türen ein"

Die Oberbergkirchner Bürger stehen in breiter Front hinter der Entscheidung des Gemeinderats. 500 Bürger haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen, die das Votum des Gemeinderats unterstützen soll. Angesichts von 1600 Einwohnern eine bemerkenswerte Zahl. Gemeinderat Willi Kreck, der zuvor bereits eine mittlerweile 125 Mitglieder starke Bürgerinitiative gegen die B15 neu ins Leben gerufen hat, war federführend an der Aktion beteiligt. "Es gibt Leute, die sind für die Autobahn, aber bei der überwiegenden Mehrheit rennt man offene Türen ein", erzählt Kreck. Nur ein paar Dutzend jener Bürger, die gegen die B15 neu unterschrieben haben, seien für die Trasse - nur aber eben nicht in Oberbergkirchen. Die große Mehrheit sei aber komplett gegen das Bauvorhaben.

Kreck ist derselben Meinung. "Die Bürgerinitiative heißt ganz bewusst 'gegen die B15 neu hier und anderswo'", so der Gemeinderat. Darin unterscheiden sich Kreck und Hausperger. Der Bürgermeister sagt, die B15 neu sei "schon irgendwo notwendig". Hausperger betont aber zugleich, dass er nicht einfach nur möchte, dass die Trasse woanders gebaut wird, sondern dass ein sinnvoller Verlauf gefunden werden muss. Aufgrund des enormen Gegenwinds gegen die Trassenführung durch Oberbergkirchen vermutet Hausperger aber ohnehin, dass dieser Verlauf "wohl gestorben" ist. "Politisch wird bezüglich dieser Trasse zurückgerudert", so der Bürgermeister.

Bürgerinitiative überreicht 500 Unterschriften

Kreck möchte Gegenbewegung zur IHK schaffen

Hausperger lobt in diesem Zusammenhang besonders die Bürgerinitiative. "Ich finde es ganz gut. Auch das Mahnfeuer war eine wichtige und vernünftige Sache." Kreck lobt seinerseits das Verhalten von Bürgermeister und Gemeinderat. "Da kann man sich nur bedanken. Alle sind einer Meinung."

Nun hat Kreck schon das nächste Projekt fest im Blick. "Ich möchte mit Unternehmerkollegen eine Gegenbewegung zu den IHK-Beschlüssen schaffen." Kreck stört etwa, dass die Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf Ingrid Obermeier-Osl die B15 neu als "lebenswichtig" bezeichnet hat. "Lebenswichtig sind andere Dinge", betont Kreck, der dabei auch an die Verkehrspolitik denkt. Konkret fordert Kreck den Lückenschluss der A94 und den zweigleisigen Bahnausbau. "Für unsere wirtschaftliche Entwicklung sind München und der Osten ausschlaggebend."

Quelle: innsalzach24.de

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