Die Feuerwehr macht Jagd auf Zenzi und Elfriede

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Oberdarching - Zwei Kälber, "Zenzi" und "Elfriede", hielten eine ganze Mannschaft an Einsatzkräften am Sonntag auf Trab. Es begann alles mit ein wenig Blasmusik:

Geplant war eigentlich ein gemütlicher Festsonntag beim Jubiläum des Burschenvereins Oberdarching - doch es kam anders: Als beim Umzug die Blasmusik ihr Bestes gab, geriet auf einer nahen Weide einiges außer Kontrolle. Ob die Blechmusi so falsch spielte, ist unklar. Jedenfalls trug der Ostwind die Töne offenbar verstärkt zur Weide hinüber, so dass sich eine wahre "Stampede" entwickelte. Insgesamt 43 Rindviecher brachen aus, stürmten durch den Bauernhof und auf eine Wiese Richtung Mangfall. Bauern, Festbesucher und die örtliche Feuerwehr nahmen sofort die Verfolgung auf und konnten relativ schnell den Großteil der Herde dingfest machen.

Die Bahnstrecke der BOB zwischen Darching und Miesbach wurde vorübergehend gesperrt bzw. durch die Bundespolizei gesichert. "Zenzi" und "Elfriede" aber, die beiden ca. eineinhalbjährigen Kalbinnen, suchten das Weite und liefen über einen bewaldeten Abhang hinunter ins Mühltal der Mangfall.  Kurz nach 14 Uhr kam die Kunde, dass "Zenzi" nördlich der Maxlmühle nach rund 2,5 Kilometern Laufstrecke inmitten der Mangfall gesichtet worden war. Es gelang nach kurzer Zeit, das Tier mit Hilfe von Seilen und Schlingen ans Ufer und in einen Viehanhänger zu verfrachten.

Jetzt konzentrierten sich die Helfer ganz auf "Elfriede", die vorübergehend in einem Hang südlich der Mangfallbrücke außer Sichtweite war. Von der Einsatzleitung wurde jetzt erwogen, einen Hubschrauber der Polizei sowie einen Tierarzt mit Betäubungs-Blasrohr hinzuzuziehen. Gerade als die Ausreißerin wieder entdeckt worden war, machte sie kehrt und lief zurück in den Hangwald Richtung Oberdarching (Motive 2-6).

Weil vermutet wurde, dass das Kalb in Kürze wieder im Bereich der Bahnlinie auftauchen würde, fuhren die Einsatzkräfte die drei Kilometer zurück in den Ort. Den Gefallen wiederum tat ihnen "Elfriede" nicht. Wenig später kam ein Anruf, sie stehe auf der Tennenzufahrt eines Bauernhofs unter der Mangfallbrücke. Somit hatte sie ihre Verfolger "geblitzt", hatte die Staatsstraße 2073 überquert und war zurück zur Mangfall gelaufen. Als die Helfer am Bauernhof eintrafen, war das Tier aber bereits weiter in unwegsames Gelände neben den Fluß geflüchtet. Hier bestand die Gefahr, dass "Elfriede", wie zuvor schon "Zenzi", ins Wasser geht. Unter Aufbietung der gesamten Mannschaft und mit vielen gespannten Leinen gelang es schließlich, das Tier an einem Steilhang einzukesseln und mit einer Leine zu sichern. Der Marsch über eine mehrere Meter hohe Böschung zum bereitstehenden Viehanhänger bereitete noch einige Probleme; doch nach vier Stunden war's dann geschafft: auch die letzte Ausreißerin war eingefangen.

Nach Rücktransport in den heimischen Stall war der Einsatz gegen 17 Uhr abgeschlossen und die Helfer freuten sich nach diesen Anstrengungen auf eine Erfolgsmass im Feststadel. Im Einsatz waren die Feuerwehren Mitterdarching und Weyarn.

Die schrille Jagd auf Zenzi und Elfriede

Einsatzkräfte auf Kälber-Fang

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