Bergsteigerausflug endet tödlich

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Obergrainau - Für einen Österreicher endete ein Ausflug ins Wettersteingebirge tödlich: Er trat auf einen Schneeüberhang und stürzte etwa 600 Meter in die Tiefe.

Am 17. Februar brach eine Gruppe von vier österreichischen Bergsteigern zu einer Begehung des Jubiläumsgrates im Wettersteingebirge auf. Der Jubiläumsgrat ist der Verbindungsgrat zwischen Zugspitze und Alpspitze. Im Winter ist dies eine anspruchsvolle Unternehmung für versierte Alpinisten. Der Grat ist wohl stellenweise versichert, verläuft aber großteils im unmittelbaren Absturzgelände. Kletterstellen im zweiten und dritten Schwierigkeitsgrad müssen bewältigt werden.

Die Gruppe der vier Österreicher aus dem Großraum Innsbruck und Kufstein brach gegen 8.30 Uhr am Zugspitzgipfel auf. Ziel des heutigen Tages war die Biwakschachtel nach etwa der Hälfte der Wegstrecke. Dort wollten sie die Nacht verbringen und am nächsten Tag den Weg fortsetzen.

600 Meter in die Tiefe gestürzt

Ca. 300 Meter vor der Inneren Höllentalspitze musste ein ausgesetztes, überwechtetes Gratstück begangen werden. Der führende 46-jährige Bergsteiger trat dabei ein Teilstück der Wechte ab, wurde von diesem mitgerissen und stürzte in folge ca. 600 Meter über steilstes Felsgelände ab.

Eine Wechte ist eine Schneeverfrachtung, hervorgerufenen durch stark verdichteten Schneeablagerungen direkt auf der windabgewandten und vornehmlich steileren Seite eines Grates mit keilförmigem Überhang auf die Leeseite.

Die anderen Bergsteiger waren vom Wechtenbruch nicht betroffen, blieben an der Unfallstelle und setzten den Notruf ab.

Die Bergwachten Grainau und Garmisch-Partenkirchen wurden alarmiert. Mit dem Hubschrauber Christoph 14 konnte die Absturzstelle lokalisiert werden. Auf den Abgestürzten konnten keine Hinweise gewonnen werden.

Anschließend erfolgte die Bergung der drei Bergsteiger durch einen SAR-Hubschrauber und Einsatzkräften der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen unter schwierigen Flug- und Einsatzbedingungen. Dazu waren mehrere Versuche notwendig. Die Gerretteten erreichten unversehrt das Tal.

Nachdem sich die Flugbedingungen verbessert hatten, konnten Kräfte der Bergwacht Grainau und der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei auf dem Höllentalferner in Falllinie der Unfallstelle abgesetzt werden. Die dort eingeleiteten Suchmaßnahmen führten lediglich zum Auffinden von Ausrüstungsgegenständen, die zweifelsfrei dem Abgestürzten gehören.

Die Suche nach dem Abgestürzten musste am nächsten Tag fortgeführt werden

Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit und der zunehmenden Gefährdung der Einsatzkräfte musste die die Suche vorerst eingestellt werden. Erst Montagmorgen, den 18. Februar, konnte die Suche fortgesetzt werden.

Gegen 10 Uhr vormittags konnte nur noch der Leichnam des 46-jährigen österreichischen Bergsteigers gefunden werden.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © pa

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