Mann (37) ersticht Ex-Partnerin in Bayern

Bluttat in Schulbus: Schreckliche Details bekannt - Opfer hinterlässt vier Kinder (4 bis 14)

Mann tötet getrennt lebende Frau
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Ein Mitarbeiter der Spurensicherung verlässt einen Linienbus. Vor anderen Passagieren hat ein Mann in dem Bus seine getrennt lebende Ehefrau erstochen

Obergünzburg - Am Montagmittag, 6. Juli, ereignete sich im Allgäu eine weitere brutale Beziehungstat. Ein Mann stach vor den Augen von Passagieren eines Linienbusses seine von ihm getrennt lebende Ex-Partnerin nieder. Die alarmierten Ärzte verloren wenig später den Kampf um das Leben der Frau. Schon voriges Jahr hatte die Polizei in dem Beziehungskonflikt einschreiten müssen. 

Update, 16.39 Uhr - Bluttat in Schulbus: Schreckliche Details bekannt - Opfer hinterlässt vier Kinder (4 bis 14)

Nach dem tödlichen Messerangriff in einem Linienbus bei Obergünzburg (Landkreis Ostallgäu) muss der Tatverdächtige wegen Mordes in Untersuchungshaft. Das ordnete ein Haftrichter beim Amtsgericht Kempten nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag an.

Der Mann hatte laut Polizei am Montag in dem Bus mit einem Küchenmesser unvermittelt und mehrfach auf seine Ehefrau eingestochen - vor den Augen mehrerer Fahrgäste, darunter zehn Schüler. Laut Polizei waren die Messerstiche „gegen den Oberkörper gerichtet“. Die Frau starb wenig später an ihren Verletzungen.

Laut Informationen der Bild handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um den 37-jährigen Saleh M.. Die Polizei ermittelt eigenen Angaben zufolge schon seit November 2019 wegen häuslicher Gewalt gegen den Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit. Vorbestraft ist er laut Staatsanwaltschaft bisher aber nicht. Weitere Angaben wollen die Ermittler unter Verweis auf die laufenden Verfahren nicht machen. Auch das Opfer hatte die afghanische Staatsbürgerschaft. Das getrennt lebende Ehepaar hatte vier Kinder, zwei Mädchen und zwei jungen (4 bis 14). Nach Polizeiangaben wurden die Kinder zunächst vom Jugendamt in Obhut genommen wurden. 

Nachbar: "Mir tut das so leid um die Kinder, das ist so furchtbar traurig"

Für einen Nachbarn der Familie sei die Bluttat unbegreiflich, wie er im Gespräch mit bild.de erklärte. "Sie war eine freundliche, zurückhaltende Frau. Die Familie hat drei Jahre über mir gewohnt. Im November musste der Mann raus. Irgendwie hatte er seine Frau bedroht. Mir tut das so leid um die Kinder, das ist so furchtbar traurig.“

Nach Angaben einer Sprecherin des Busunternehmens befanden sich etwa zehn Kinder und vier Erwachsene während der Tat im Bus. Der Busfahrer habe den Bus mitten auf der Straße gestoppt und den Angreifer im Schwitzkasten aus dem Fahrzeug geworfen. 

Psychologe Simon Finkeldei spricht über schwierige Situation für Zeugen

Experten gehen davon aus, dass der Angriff die Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahren und ihre Familien noch einige Zeit beschäftigen wird. Nach solchen Erlebnissen bräuchten Kinder Sicherheit und Orientierung, sagt der Psychologe Simon Finkeldei von der Kinderkrisenintervention der Aetas-Kinderstiftung in München. "Alles, was Stress reduziert, ist gut." Schon unmittelbar nach der Tat sei Hilfe vor Ort wichtig: "Nach einer solchen Stress-Situation geht es auch um Basis-Bedürfnisse, wie die Frage, wie ich jetzt nach Hause komme."

"Man sollte die Kinder jetzt zum Beispiel nicht für mehrere Wochen mit dem Auto zur Schule fahren, sondern die Kinder auf dem Schulweg begleiten", sagt Kinder- und Jugendpsychotherapeut Peter Lehndorfer. "Ängste kann man am ehesten bewältigen, wenn man nicht allein ist."

Wie Kinder und Jugendliche auf das Erlebte reagieren, sei unterschiedlich, betonen die beiden Experten. Manche bräuchten Gespräche, andere wollten eher Ablenkung oder Bewegung. "Die zwingen wir nicht dazu, über das Erlebte zu reden", sagt Finkeldei

Nicht jedes Kind brauche nach einem traumatischen Erlebnis eine Therapie, sagt Finkeldei. "Wenn ich aber merke, dass Kopf und Herz im weiteren Verlauf nicht zur Ruhe kommen, lohnt es sich vielleicht, professionelle Hilfe aufzusuchen."

Update, 7. Juni, 6.39 Uhr - Verdächtiger soll nach Bluttat in Linienbus vor Haftrichter

Nach der tödlichen Messerattacke auf seine Ex-Frau muss der mutmaßliche Täter vor den Haftrichter. Dieser entscheidet, ob der 37-jährige Afghane in Untersuchungshaft geht.

Die Polizei verdächtigt den Mann, seine getrennt von ihm lebende Ehefrau am Montag in dem Linienbus im Allgäu erstochen zu haben. Während der Tat waren mehrere Kinder im Bus, die offenbar auf dem Heimweg von der Schule waren.

Nach der Attacke mit mehreren Stichen auf die 27 Jahre alte Frau ließ der Mann das Messer im Bus zurück und flüchtete. Mit einem Großaufgebot fahndeten Ermittler nach ihm und konnten ihn wenig später festnehmen. Die Frau kam kurz nach dem Angriff lebensgefährlich verletzt in eine Klinik. Die Ärzte konnten sie aber nicht mehr retten.

Update, 22.33 Uhr - Zehn Kinder beobachten tödlichen Angriff

Wie nun bekannt wurde, geschah die Tat kurz vor dem Ortseingang von Obergünzburg, einem Ort mit etwa 6500 Einwohnern. Der Fahrer habe den Bus mitten auf der Straße gestoppt. Nach Angaben einer Sprecherin des Busunternehmens befanden sich etwa zehn Kinder und vier Erwachsene während der Tat im Bus. 

Die Messerattacke habe sich im vorderen Teil des Fahrzeugs abgespielt, die Schulkinder hätten im hinteren Teil gesessen. Der Busfahrer und weitere Fahrgäste hätten die Polizei alarmiert. Sie wurden nach der Tat psychologisch betreut.

Erstmeldung:

Vor den Augen von Passagieren hat ein Mann seine getrennt von ihm lebende Ehefrau in einem Linienbus getötet. Der 37-Jährige stach nach Polizeiangaben am Montagmittag in Obergünzburg im Ostallgäu mehrfach auf seine Ex-Partnerin ein. Die 27-Jährige starb später im Krankenhaus. 

Der mutmaßliche Täter, ein afghanischer Staatsangehöriger, ließ nach dem Angriff die Waffe zurück und flüchtete zu Fuß. Bei einer sofort eingeleiteten Großfahndung der Polizei wurde der Mann nach kurzer Zeit gefasst und festgenommen

Wie die Polizei weiter berichtet, wurde die 27 Jahre alte Frau nach der Reanimation durch den Notarzt noch in eine Klinik gebracht - doch die Hilfe kam zu spät. Auch das Opfer hatte die afghanische Staatsbürgerschaft.

Der Busfahrer und die anderen Fahrgäste wurden nach der Tat psychologisch betreut. Wie viele Passagiere sich zum Tatzeitpunkt in dem Bus befanden, war zunächst nicht klar. „Im Bus saßen während der Tat auch Schulkinder", erklärte ein Polizeisprecher gegenüber bild.de. Sie mussten alles mit ansehen.

Der mutmaßliche Täter war der Polizei schon seit November 2019 bekannt. Damals sei es bereits zu einem Übergriff auf die Ehefrau gekommen. Beide lebten mittlerweile in unterschiedlichen Wohnungen. Die Leiche der Frau wird wohl noch am Montagabend von Gerichtsmedizinern obduziert. Am Dienstag soll der 37-Jährige dann dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Polizei bittet darum, dass Eltern, deren Kinder betreut werden müssen, sich bei der Polizei im Allgäu zu melden. Telefon: (0831) 9909-1401.

Tragische Beziehungstat auch im Kreis Neustadt

Erst am vergangenen Donnerstagmorgen, 2. Juli, wurde im Landkreis Neustadt an der Aisch der Leichnam einer 23-Jährigen gefunden. Die Frau wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Auch hier deutet alles auf eine schreckliche Beziehungstat hin

Denn nach bisherigem Ermittlungsstand ist eine Beziehungstat im Zusammenhang mit dem Suizid des 27-jährigen ehemaligen Lebensgefährten der Getöteten durchaus wahrscheinlich. Bislang ergaben sich nämlich weiterhin keine Hinweise, welche auf den Aufenthalt unbekannter Dritter schließen lassen würden.

mz

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