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Offene Fragen nach Horrorfahrt des Sattelzugs in Fürth

Lkw rammt parkende Autos - mehrere Brände
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Autowracks stehen auf einer Straße in Fürth.

Ein tonnenschwerer Sattelzug rammt Autos und schiebt sie gegen ein Haus, Flammen lodern, Trümmerteile fliegen umher - Szenen wie aus einem Katastrophenfilm. Bewohner einer Straße in Fürth haben genau das erlebt. Am Tag danach beginnt die Aufarbeitung.

Fürth - Es sind Bilder der Verwüstung: Autos stehen in Flammen, eine Hausfassade brennt, Trümmerteile liegen umher. Und mittendrin ein Sattelzug. Ein betrunkener Lastwagenfahrer hatte am Dienstagabend nach einem Unfall an einer Kreuzung mit seinem tonnenschweren Gefährt eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, Autos gerammt und diese gegen eine Hauswand gedrückt. Die vorläufige Bilanz: Drei Verletzte, darunter der Fahrer, mindestens 33 beschädigte Autos und ein Haus, das vorerst nicht bewohnbar ist. Experten würden nun die Statik des Gebäudes untersuchen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Am Morgen danach ist vieles noch unklar. Der 50-jährige Fahrer wurde festgenommen. Hatte er ein konkretes Motiv? Oder war er aufgrund seines Alkoholpegels unzurechnungsfähig? Handelte er bewusst? Oder lag ein technischer Defekt vor? Fragen, auf die das Polizeipräsidium Mittelfranken am Vormittag noch keine Antwort geben konnte.

Unklar ist auch, wann die Bewohner des beschädigten Hauses in ihre Wohnungen zurückkehren können. „Das Schadensbild ist schon immens“, sagte der Sprecher. Der Sattelzug hatte mehrere Autos in die Fassade geschoben, von denen einige lichterloh brannten. Die Flammen griffen auf das Gebäude über, Fensterscheiben barsten, Rollläden schmolzen und alles war voll Rauch. Die Menschen mussten ihre Wohnungen noch in der Nacht verlassen und wurden andernorts untergebracht.

„So ein Verwüstungsszenario habe ich noch nie erlebt“, beschrieb es ein Polizeisprecher. „Man kann nur erahnen, mit welcher Wucht der Lkw dort entlang ist. Das hätte ein Horrorszenario werden können, wenn dort mehr Passanten unterwegs gewesen wären.“ Glas, Kunststoffteile, Metall, Auspuffrohre - die Straße war übersät von Splittern und Trümmern. Die Aufräumarbeiten würden sich noch hinziehen, hieß es am Mittwoch, auch wenn in der Nacht schon einige der demolierten Autos abgeschleppt wurden. Der Sattelzug sollte noch im Laufe des Mittwochs mit Hilfe eines Krans geborgen werden. Auch Schäden an der Fahrbahndecke der Straße müssen repariert werden.

Eine Untersuchung ergab, dass der 50-Jährige rund zwei Promille Alkohol im Blut hatte. Bei Rot sei er zuerst über eine Kreuzung gefahren und mit einem Auto kollidiert. Die 74-Jährige Fahrerin sei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Anschließend bretterte der Sattelzug nach bisherigen Erkenntnissen weiter und beschleunigte sogar. Auf seiner irren Fahrt rammte er Autos, schob einige vor sich her und drückte sie in eine Hauswand. Ein 64 Jahre alter Passant konnte gerade noch zur Seite springen, er wurde nach Angaben der Ermittler leicht verletzt.

Der leicht verletzte Lastwagenfahrer sollte einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Möglicherweise kommt er in Untersuchungshaft. Ermittelt wird wegen Unfallflucht und Körperverletzung. dpa

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