Bub (2) bricht sich bei Oktoberfest-Unfall beide Beine

Machten die Eltern in ihrer Panik einen schlimmen Fehler?

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München - Am Samstagmittag hieß es auf der Theresienwiese: "O'zapft is" beim Oktoberfest. Am Sonntag folgte dann der traditionelle Trachten- und Schützenumzug. Später gab es dann leider auch einen schlimmen Unfall. Dazu gibt es nun möglicherweise neue Erkenntnisse:

UPDATE, Dienstag, 11.30 Uhr - Fehler der Eltern schuld?

Jetzt gibt es erste weiterführende Informationen zu dem schrecklichen Unfall am Sonntag auf dem Oktoberfest. Demnach passierte das Unglück im Fahrgeschäft "Sternenland", das laut unserem Partnerportal merkur.de bereits seit mehr als 50 Jahren auf der Wiesn vertreten ist. Der Betreiber wollte sich am Montag zu dem Vorfall nicht äußern. Fachleute des TÜV sollen nun prüfen, wie es passieren konnte, dass der Bub aus dem Fahrgeschäft stürzte.

Möglich scheint ein technischer Defekt am Fahrgeschäft oder aber auch möglicherweise ein fataler Fehler der Eltern, die in der herrschenden Panik offenbar versucht hatten, ihren Sohn aus dem noch fahrenden Karussell zu befreien. Möglicherweise brachen die Beine des Buben auch dadurch. Der Junge war am Sonntag nach einer Erstversorgung ins Krankenhaus eingeliefert worden, durfte aber schließlich noch am selben Tag mit seinen Eltern nach Hause.

Die Erstmeldung:

Am Sonntag, 22. September, gegen 12.30 Uhr fuhr ein zweijähriger Junge aus München in einem Kinderkarussell. Aus bislang unbekannter Ursache stürzte der Junge aus dem Fahrgeschäft und verfing sich mit beiden Beinen unter einem Fahrzeug des Karussells

Durch den Rettungsdienst wurde der Bub ins Krankenhaus gebracht, wo ein Bruch beider Unterschenkel diagnostiziert wurde. Nach ambulanter Behandlung konnte Junge die Klinik zum Glück wieder verlassen. Wie es zu dem Unfall kam, bedarf weiterer Ermittlungen. Fachleute vom TÜV und der Lokalbaukommission wurden ebenfalls vor Ort hinzugezogen.

Randalierer beschädigt Zellentür

Ebenfalls am Sonntag wurde ein 50-jähriger Münchner durch eine Einsatzgruppe in Gewahrsam genommen. Zuvor hatte er in einem Festzelt mehrere Personen angegangen. Da der 50-Jährige aggressiv und stark uneinsichtig war, wurde er in einer Haftzelle der Wiesn-Wache untergebracht. Er war mit der getroffenen Maßnahme nicht einverstanden und trat daher mehrfach mit voller Kraft gegen die Gitterstäbe und die Zellentür. Diese wurde dadurch beschädigt. Der 50-Jährige wurde im Anschluss in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München verlegt.

Fahnder schnappen mehrere Taschendiebe

Gegen 21.30 Uhr konnten dann Taschendiebfahnder aus Frankfurt einen 40-jährigen Marokkaner in einem Festzelt dabei beobachten, wie er offensichtlich nach abgelegten Taschen suchte. Letztendlich entwendete er eine unter der Bierbank abgelegte Handtasche einer 21-Jährigen, als diese auf der Bierbank tanzte. Er konnte kurz nach dem Verlassen des Festzeltes von den Taschendiebfahndern festgenommen werden. Da er über einen festen Wohnsitz verfügt, wurde er nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. 

Ebenfalls gegen etwa 21.30 Uhr konnten die Taschendiebfahnder zwei Männer in einem Festzelt dabei beobachten, wie sie suchend durch die Reihen der feiernden Festgäste gingen und dort eine unter der Bierbank abgelegte Handtasche entwendeten. Nach Verlassen des Zeltes wurden die beiden 18-jährigen Münchner festgenommen. Die Besitzerin der Handtasche konnte nicht mehr ausfindig gemacht werden. Die beiden 18-Jährigen wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Trio will Münchner (24) ausrauben

Gegen 22.45 Uhr kam schließlich ein 24-jähriger Münchner zur Wiesnwache. Er teilte mit, dass er von einem unbekannten Mann aufgefordert wurde, sein Handy auszuhändigen. Als er dies ablehnte, griff der Unbekannte in seine Hosentasche und versuchte das Handy herauszuziehen. Der 24-Jährige wehrte sich und zwei Freunde des Täters griffen in das Geschehen ein und gingen den 24-Jährigen an. Hierbei wurde sein Pullover zerrissen und er wurde am Hals verletzt. 

Der 24-Jährige gab weiter an, dass er kurze Zeit später nochmals zu der Örtlichkeit zurückging, in der Hoffnung den Täter ausfindig machen zu können. Es gelang dem 24- Jährigen unbemerkt Fotos von den drei unbekannten Tätern zu fertigen. Die Ermittlungen der Polizei hierzu dauern noch an.

Brutaler Schläger geschnappt

Bereits am Samstagabend, 21. September, waren gegen 21.50 Uhr ein 22-jähriger und ein 19-jähriger Gräfelfinger zunächst in eine Schubserei geraten. Dabei gingen sie laut Polizeiangaben zu Boden. Der 19-Jährige schlug mit dem Hinterkopf auf und verlor das Bewusstsein. Laut Zeugenaussagen schlug der 22-Jährige im Anschluss den am Boden liegenden 19-Jährigen mehrmals mit der Faust mit voller Wucht ins Gesicht

Der 19-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort konnten die Verletzungen ambulant behandelt werden. Aufgrund der von den Zeugen geschilderten Tatumstände und insbesondere auch aufgrund eines ähnlichen Verhaltens des 22-Jährigen auf dem Oktoberfest 2018 ordnete die Staatsanwaltschaft die Vorführung vor dem Haftrichter an. Zudem erhielt der Schläger ein Wiesn-Verbot.

Viel Arbeit zum Auftakt

Bereits zum Auftakt hatte die Polizei am Samstag eine Menge Arbeit gehabt. Neben einer ersten Maßkrug-Schlägerei war auch eine sexuelle Belästigung gemeldet worden. Bei der Maßkrug-Schlägerei scheint dabei - ersten Erkenntnissen zufolge - das Opfer zum Täter quasi willkürlich "ausgesucht" worden zu sein. Auch hier ermittelt die Polizei weiter.

Polizei München/mw

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

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