+++ Eilmeldung +++

Von der Leyen bricht Termin ab

Zwei Bundeswehrsoldaten bei Hubschrauber-Absturz in Mali ums Leben gekommen

Zwei Bundeswehrsoldaten bei Hubschrauber-Absturz in Mali ums Leben gekommen

Der Aufbau-Endspurt auf der Wiesn

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Zelte und Fahrgeschäfte stehen – trotzdem fahren noch Handwerker und Kräne ein und aus. Jetzt kommt die Feinarbeit.

München - Sie hämmern, sie schrauben, sie sägen: Obwohl alle Zelte und die meisten Fahrgeschäfte kurz vor dem Wiesn-Anstich schon längst stehen, kommen die Arbeiter auf der Theresienwiese nicht zur Ruhe.

Lesen Sie auch:

Die Wiesn in Zahlen

Im Gegenteil: Die meisten Schausteller und Handwerker legen noch Sonderschichten ein, jetzt geht’s an die Feinarbeit. Auch 13 Spezialisten der Stadtwerke sind im Einsatz, die noch letzte Kabel und Leitungen verlegen. Insgesamt versorgen 15 oberirdische und drei unterirdische Trafostationen sowie 43 Kilometer Kabel 750 Abnehmer auf der Wiesn. Diese verbrauchen dann insgesamt rund drei Millionen Kilowattstunden – das entspricht in etwa dem Jahresstromverbrauch von 1200 Haushalten. Zusätzlich fließen durch ein 10 Kilometer-Wasserversorgungsnetz auch dieses Jahr rund 100 Millionen Liter SWM-Wasser in die Zelte und zu den Fahrgeschäften, das ist fast ein Drittel des Tagesbedarfs der Landeshauptstadt. Wir haben uns auf der Wiesn umgeschaut – hier geht’s in den Endspurt:

Der Endspurt beim Wiesn-Aufbau

So wächst die Wiesn

Hunderte Tonnen Fichte fürs neue Zelt

Dieser Geruch überall! Das ist frische Fichte. Für das nagelneue Winzerer Fähndl-Zelt mit 8000 Plätzen werden insgesamt 1200 Tonnen Holz und Stahl verbaut, so viel, dass noch immer an allen Ecken die Späne fallen. 5000 Quadratmeter Boden sind verlegt, nun geht’s an die Stellwände und die Deko an den Balkonen. Alleine sechs Schreiner sowie etwa 20 andere Handwerker sägen und montieren hier etwa 90 000 Einzelteile zusammen. So hell und frisch erstrahlt derzeit kein anderes Zelt unter der Bavaria– und keines riecht besser.

Übersichtskarte: Die Wiesn-Zelte auf einen Blick

Das wache TÜV-Auge lauert überall

Sitzen die Rollen der Wagen am Fünfer-Looping vorschriftsgemäß? Stefan Kasper vom TÜV Süd ist einer von 20 Sachverständigen, die in dieser Woche rund um die Uhr im Einsatz sind, um sowohl Fahrgeschäfte als auch Buden und Zelte abzunehmen. Nur die Stadt München schreibt nämlich als Veranstalter vor, dass auch nicht fahrende Geschäfte geprüft werden müssen. Eine Fischbude nimmt etwa eine Stunde TÜV-Arbeit in Anspruch, eine große Achterbahn kann einen Mann schon mal eine Woche kosten. Immerhin darf der dann viele Runden umsonst drehen …

Dieses Skelett lernt wieder Radl fahren

Bald läuft’s (wie) geschmiert: Damit das Polyester-Skelett am Samstag wieder über der Geisterbahn „Shocker“ hin- und herradeln kann, kommt ordentlich Schmierfett zwischen Stahlseil und Speiche. Wie bei lebenden Hochseil-Artisten hält ein Gegengewicht unterhalb des Seils das Radl in der Balance. Bis die Gelenke des Skeletts so reibungslos funktionierten, brauchte es einige Übung, wie Betreiber Edmund Eckl erzählt: „Wir haben das auf einem Dach in Wolnzach ausprobiert. Weil die Autofahrer dadurch aber so abgelenkt wurden, dass sie aus der Kurve gefahren sind, mussten wir das damals stoppen.“ Auf der Wiesn ist es aber ein ganz legaler Hingucker.

Für trockene Füße im wilden Wasser

Eine Erfrischung im Gesicht gerne, aber bitte keine nassen Füße! Jede noch so kleine Stelle, die einmal undicht werden könnte, wird jetzt nochmal verschweißt. Das Wasser in der Wildwasserbahn am Eingang zur historischen Wiesn ist schon seit einigen Tagen da: Eine Millionen Liter verteilen sich nun auf einer Fläche von 40 mal 60 Metern. Das Wasser kommt aus dem Hydranten von der Wiesn. Die Bahn braucht aber auch viel Strom: 400 Kilowattsstunden wälzen 14 000 Liter Wasser in einer Minute um.

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Ein Kran hilft beim Baum-Aufstellen

Ja, is denn scho’ Weihnachten? Einige Passanten haben schon verwundert geguckt, als ein Traktor mit einem Nadelbaum einmal quer über die Wiesn fuhr. Diese 900 Kilogramm schwere Schwarzkiefer stand zwei Stunden zuvor noch in einem Privatgarten in Pliening, wie Josef Spitzler von „Brennholzsepp“ aus Wiesham erklärt – jetzt ziert sie den Biergarten vom Hippodrom. „So eine schön fallende Kiefer kriegt man im Wald nicht – die Besitzer haben sich gefreut, dass sie weg ist. Wir mussten sie noch zwei Meter kürzen vor dem Transport, sonst wären wir nicht um die Ecke gekommen.“

Hämmern und schrauben auf 32 Metern

Sitzen die Schrauben auch so fest, wie sie sollen? Der Arbeiter an der Alpina-Bahn muss knapp 400 Schrauben kontrollieren und die Verbindungsstellen mit dem Hammer abklopfen – natürlich angeseilt, er klettert bis auf 32 Meter hinauf. Die 33 Millimeter dicken und 30 Zentimeter langen Schrauben verbinden die bis zu 13 Meter langen Schienen, die zusammen einen Kilometer Fahrspaß bringen sollen. Elf Leute schrauben etwa vier Wochen an dieser Achterbahn, sie ist eines der Mammut-Projekte in der Aufbauzeit.

Alle Fahrgeschäfte im Überblick

A bisserl Gemütlichkeit am Stellplatz

Erdbeerpflanze zupfen, Fußmatten ausschütteln und Bettzeug lüften: Schaustellerin Ilona Stey-Kaiser (55) ist gerade aus Rosenheim gekommen und richtet nun ihr Heim und ihren Vorgarten für die nächsten drei Wochen her. Sie hat einen großen Platz ergattert, gleich neben der „Wilden Maus“, wo sie als Kassenkraft arbeitet – weil sie früh genug dran war. „Jetzt gibt’s viel zu tun“, erzählt die 55-Jährige. „Ich muss zum Friseur, den Wagen putzen, Essensvorräte zulegen und auf viele Ämter gehen – sogar mein Fahrrad braucht eine Anmeldung!“

nba

Quelle: Oktoberfest live

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser