Viel Arbeit für Polizei auf dem Münchner Oktoberfest

Schlägereien, "Heil Hitler"-Rufe und ein "schlüpfriger" Italiener

München - Langsam aber sicher biegt das Oktoberfest auf die Zielgerade ein. Doch bevor es für die Polizei Zeit zum Durchatmen gibt, mussten die Beamten in den letzten Tagen viele Einsätze bewältigen. Es ging um Schlägereien, verfassungswidrige Parolen und sexuelle Belästigungen.

Lazio-Rom-Fan mit Siegrunen-Tattoo

Durch einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ging bereits am Samstagmittag, 28. September, gegen 12.50 Uhr, bei der Polizei die Meldung ein, dass ein 35-jähriger Italiener mit einem Tattoo, das einen Reichsadler sowie zwei Siegrunen abbildet, sich in einem Festzelt aufhalten solle. Das Tattoo wäre für jeden deutlich sichtbar. 


Dem Tourist wurde durch den Sicherheitsdienst des Festzeltes zunächst ein Hausverbot erteilt. Der 35-Jährige wurde an die Polizei übergeben. Nach einer Anzeigenerstattung und Erhebung einer Sicherheitsleistung wurde das Tattoo mit einem Pflaster abgedeckt. Der 35-Jährige gab an, dass es sich bei dem stilisierten Adler um das Symbol des Fußballvereins Lazio Rom handeln solle.

"Heil Hitler"-Rufe in Wirtsbudenstraße

Am Samstagabend gegen 21 Uhr taten sich dann ein 17- und 18-jähriger Münchner "hervor", die in der Wirtsbudenstraße mehrmals "Heil Hitler" riefen. Bei der anschließenden Festnahme beleidigte der 18-Jährige die eingesetzten Polizeibeamten auf üble Art und Weise. Die beiden wurden nach den erforderlichen polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.


"Watschn" nach ausländerfeindlicher Beleidigung

Weiter ging die "Gaudi" in der Nacht auf Montag, 30. September. Gegen 0.25 Uhr saß ein 19-Jähriger an der Bar im Außenbereich eines Festzeltes und beleidigte eine 26-jährige Münchnerin mit Migrationshintergrund mit den Worten: "Die scheiß Ausländerin hat mir gar nichts zu sagen, sie soll in ihr Land zurück." 

Auf Nachfrage der 26-Jährigen wiederholte er diese Aussage, woraufhin sie ihm eine Ohrfeige versetzte und ihn beleidigte. Durch die Begleiter der beiden konnten weitere Tathandlungen unterbunden werden. Nach der polizeilichen Sachbearbeitung auf der Wiesnwache wurden der 19-Jährige sowie die 26-Jährige wieder entlassen.

Italiener steckt Kopf unter Rock von 19-Jähriger

Am Montagabend gegen 18.45 Uhr tanzten dann ein 38-jähriger Italiener und eine 19-Jährige in einem Festzelt auf einer Bierbank. Im weiteren Verlauf blieb die 19-Jährige auf der Bank stehen und der italienische Tourist stieg herab und rieb seinen Kopf am Bein der 19-Jährigen. Er steckte außerdem seinen Kopf unter den Dirndl-Rock

Er wurde durch die 19-Jährige aufgefordert dies zu unterlassen, dieser Aufforderung kam er nicht nach. Der 38-Jährige konnte festgenommen werden. Da er die Sicherheitsleistung nicht begleichen wollte, landete er in der Arrestzelle des Münchner Polizeipräsidiums. Gegen ihn wird wegen sexueller Belästigung ermittelt.

"Hey ihr Schwuchteln" - Ärger in Wirtsbudenstraße

Zudem kam es bereits am vergangenen Mittwoch, 25. September, gegen 19.45 Uhr zu einer Auseinandersetzung in der Wirtsbudenstraße, in dessen Verlauf ein Quartett von einer insgesamt zehn- bis 15-köpfigen Personengruppe nach einer Auseinandersetzungen zunächst mit den Worten "Hey ihr Schwuchteln" beleidigt wurde.

Anschließend verpasste ein 30-Jähriger aus der großen Gruppe einem 23-Jährigen mehrere Ohrfeigen und dann auch noch einige Faustschläge. Ein 22-jähriger Bekannter, der dem Geschädigten zu Hilfe eilen wollte, wurde ebenfalls attackiert und verletzt. Beide Opfer mussten ambulant im Krankenhaus versorgt werden.

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 44, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

mw/Polizei München

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