Töging: Niemand ahnte die Gefahr

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Töging - Im Rathaus hat man nichts von den Vorstrafen des Täters gewusst. Bürgermeister Horst Krebes: „Wir sind erschüttert.“ ** Videointerview mit Bürgermeister Horst Krebes ** Erklärung der Staatsanwaltschaft ** Strafregister des Täters** Erste Meldungen zum Fall ** Reaktionen in Töging ** Gutachten zum Sextäter **


Es ist pures Glück, dass Carmen K. den heimtückischen Angriff überlebte. Sie hatte mit ihrem Handy um Hilfe gerufen und ihre Mutter erreicht. Ihr Opa Toni K. eilte sofort in das nahe Maisfeld. Dort entdeckte der 79-Jährige seine Enkelin. Das berichtet die Münchner tz

Carmens Opa Toni K.: Eben hat er seine Enkelin schwer verletzt im Maisfeld gefunden

Nur eine Notoperation am Dienstagabend konnte das Leben der 16-Jährigen retten. "Sie hatte Riesen-Dusel", bilanziert Uwe Rücker von der Kripo Mühldorf im Mühldorfer Anzeiger. Mittlerweile geht es der Schülerin den Umständen entsprechend gut. Das Messer ihres Peinigers traf sie am Oberkörper, im Kopf- und Halsbereich.

Der Täter, Matthias A., hatte die 16-Jährige dort zurückgelassen. Vermutlich hat er seine Tat eiskalt geplant. Er ließ sowohl das Tatmesser, das Rad des Mädchens und die Flasche mit dem Benzin, mit dem er Carmen übergossen hat, verschwinden.

Die Realschülerin habe sich vom Täter beobachtet gefühlt, konnte sie den Rettungskräften am Dienstag noch erzählen, so der Mühldorfer Anzeiger. Deshalb habe sie nach ihrer Reitstunde auch die Abkürzung in Richtung Elternhaus in Unterhart genommen; sie wollte einfach schnell in Sicherheit.

"Und das war natürlich der große Fehler", sagt ein Polizeibeamter im Nachhinein. "Auf einer viel befahrenen Straße, noch dazu, wo alle gerade auf dem Weg vom Freibad nach Hause waren, hätte der Überfall nicht passieren können."

Taucher der Polizei suchten am Mittwoch im nahen Innkanal danach. Auf jeden Fall muss er sein Opfer gekannt haben, schreibt die tz. Matthias A. wohnt bei seiner 91-jährigen Oma. Das Haus steht im Weiler Unterhart, der zu Töging gehört. Dort ist auch Carmen daheim.

Der Täter ist mehrfach vorbestraft. „Der hat die Hälfte seines Lebens im Knast verbracht“, schimpft ein wütender Töginger. Ein Blick in seine Strafakte offenbart tatsächlich ein ellenlanges Strafregister.

Seine Eltern wohnen nach tz-Infos in Wolfsburg. Matthias A. zog im vergangenen Jahr zu seiner Oma nach Oberbayern. Auch dort galt er sofort als Sonderling. Besorgte Nachbarn informierten sich bei der Polizei über ihn. Auch Bürgermeister Horst Krebes nimmt kein Blatt vor den Mund. Als Matthias A. vor einem Jahr in seine Stadtgemeinde gezogen war, habe man angesichts seines Vorstrafen-Registers im Rathaus nur den Kopf geschüttelt.

Nach Krebes’ Informationen habe Matthias A. die schreckliche Tat wohl schon länger geplant, allerdings ein anderes Opfer im Visier. „Es sieht so aus, als ob er sich das Mädchen am Dienstag mehr oder weniger zufällig ausgesucht hat.“

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Rubriklistenbild: © fib

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