Stellenstreichung bei Siteco in Traunreut

"Schockiert": Betriebsrat bleibt laut Kofler hartnäckig

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Bärbel Kofler vor Osram-Werk (Fotomontage)
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    Xaver Eichstädter
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Traunreut - Nun äußert sich auch die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Kofler zur geplanten Stellenstreichung bei Osram/Siteco in Traunreut: "Ich bin schockiert".

Update Mittwoch 12.15 Uhr:

"Ich bin schockiert über die Pläne der Osram-Konzernleitung in München bei ihrem Tochterunternehmen Siteco in Traunreut 250 bis 290 Arbeitsplätze zu streichen. Zum zweiten Mal gehen nun falsche Managemententscheidungen zulasten der Beschäftigte", so Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler am Mittwochvormittag. 

Es ist nicht das erste Mal, dass der Standort Traunreut Arbeitsplätze verliert: Bereits im Juni 2014 wurden 70 Stellen von Traunreut nach Garching bei München verlagert

"Mit dieser Entscheidung nimmt die Konzernleitung in München ihrem Tochterunternehmen sämtlichen Handlungsspielraum. Das Angebot der Unternehmensführung den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Traunreut einen Arbeitsplatz am Osram-Standort in Regensburg anzubieten, ist für die meisten Beschäftigten, die zutiefst in unserer Region verwurzelt sind, sicher keine Option", so Kofler weiter. 

Wie bereits am gestrigen Dienstag bekannt wurde, wolle der Betriebsrat in Traunreut nun Verhandlungen zu den Stellenstreichungen aufnehmen, doch nach Angaben der SPD-Bundestagsabgeordneten sind die Fronten verhärtet: Betriebsrat und IG Metall wollen laut Kofler einen Fragenkatalog an die Unternehmensführung stellen und erst dann verhandeln, wenn alle Fragen umfassend geklärt sind

"Ich stehe uneingeschränkt hinter den Forderungen der Betriebsräte und den Vertretern der Gewerkschaft. Ich werde das aktive Engagement des Betriebsrats und der IG Metall Rosenheim begleiten und meine Solidarität zum Ausdruck bringen", so Kofler abschließend. 

xe

Unser Artikel vom Dienstag

In der Sparte Leuchtsystem plant SITECO/Osram am Standort Traunreut in den kommenden zwei Jahren 250 bis 290 Stellen abzubauen. Entsprechende Informationen aus einer Mitarbeiterversammlung vom Dienstag bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Insgesamt arbeiten in Traunreut bislang 800 Mitarbeiter bei SITECO, bundesweit rund 1000. Nun wollen die Betriebsräte Verhandlungen über die Konditionen des Stellenabbaus aufnehmen.

Ramsauer: Skrupellosigkeit mancher Topmanager

"Über diese Entwicklung bin ich völlig fassungslos. Es ist inakzeptabel, dass jahrelanges Managementversagen von den Beschäftigten jetzt ausgebadet werden soll", erklärte der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Ramsauer, in dessen Wahlkreis sich das Werk befindet. 

Weiter heißt es in der Pressemeldung des ehemaligen Bundesministers: "Die Art und Weise, wie dieser Prozess vollzogen wird, offenbart die gesamte Skrupellosigkeit so mancher gewissenloser Topmanager."

Standort Traunreut soll wettbewerbsfähiger werden

Ein Osram-Unternehmenssprecher erklärte, dass die Produktivität im Geschäftsfeld Leuchten und Systemlösungen nicht mehr ausreiche und es deshalb zu Stellenkürzungen kommen muss. Der Standort Traunreut solle wieder wettbewerbsfähig gemacht werden. In dieser Sparte bietet das Unternehmen Leuchtsysteme wie Straßenlaternen oder Flutlichtanlagen für Sportstadien an.

Laut dem Portal finanznachrichten.de will das Unternehmen am Standort Traunreut "gezielte Investitionen in die Modernisierung der Produktion" vornehmen.

Arbeitnehmer können nach Regensburg wechseln 

Den betroffenen Mitarbeitern solle ein Wechsel an den Standort Regensburg angeboten werden, erklärte der Firmensprecher weiter. Dort sollen bis zu 1000 neue Stellen im Geschäft mit optischen Halbleitern geschaffen werden. 

Quelle: chiemgau24.de

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