Notärztin erleidet Schädel-Hirn-Trauma und Kieferbruch in Ottobrunn

Jugendliche attackieren Rettungskräfte - Hermann fordert harte Strafe

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Jugendliche attackieren Rettungskräfte in Ottobrunn
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Ottobrunn - Am Freitag, 22. Juni, kam es gegen 20 Uhr in einem Jugendhaus in Ottobrunn zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei dort untergebrachten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und zwei Betreuerinnen. 

UPDATE, 21.05: Hermann fordert harte Strafe

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat den Angriff auf vier Menschen in Ottobrunn bei München scharf verurteilt. „In unserem Land Schutz und Sicherheit zu suchen und gleichzeitig in einem Anfall blinder Aggression unsere Rettungskräfte anzugreifen, geht gar nicht“, erklärte der CSU-Politiker am Samstag. Der 20 Jahre alte Verdächtige hatte zuvor unter anderem einen Sanitäter und eine Notärztin angegriffen. Der Mann aus Eritrea, der als Geflüchteter in einem Jugendhaus in Ottobrunn lebt, kam in Haft. Unser Partnerportal Merkur.de berichtete als erstes Medium am Samstag über den Fall.

Hermann forderte zugleich, dass der Täter „hart bestraft“ werden müsse. Er verwies auf die im April 2017 beschlossene Strafverschärfung bei Angriffen auf Rettungskräfte im Einsatz. Zusammen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wolle er eine möglichst rasche Abschiebung des 20-jährigen Verdächtigen prüfen, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

dpa/lby

UPDATE, 17 Uhr: Bilder

Jugendliche attackieren Rettungskräfte - Notärztin mit Flasche Zähne ausgeschlagen

UPDATE, 15.15 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Der 20-jähriger Eritreer und sein 17-jähriger äthiopischer Freund hatten gegen das Alkoholverbot des Jugendhauses verstoßen. Darauf angesprochen ging der 20-Jährige die Betreuerinnen körperlich an, indem er sie mit der Faust schlug. Diese erlitten dadurch Kopfverletzungen. Während die Betreuerinnen die Polizei verständigten, flüchteten die beiden Heranwachsenden aus dem Jugendhaus. 

Unabhängig von den beschriebenen Geschehnissen in dem Jungendhaus kam es in einem Altenwohnheim in Ottobrunn um etwa die gleiche Zeit zu einem Notarzteinsatz aufgrund einer Erkrankung eines Bewohners des Altenwohnheims. Die herbeigerufene Notarztbesatzung, bestehend aus einem Rettungssanitäter und einer Notärztin, wollten gerade das Notarzteinsatzfahrzeug der Berufsfeuerwehr München vor dem Altenwohnheim abstellen, als die beiden geflüchteten Heranwachsenden aus dem Jugendhaus an der Örtlichkeit vorbeikamen. Ohne erkennbaren Anlass, nahm der 20-jährige Eritreer eine mitgeführte volle Whiskyflasche und schleuderte diese aus etwa einem bis eineinhalb Metern Entfernung gegen die Scheibe der Beifahrertür des Notarzteinsatzfahrzeugs. Die Flasche durchschlug die Scheibe und traf die Notärztin im Gesicht. Die Ärztin erlitt durch die Flasche schwere Verletzungen, u.a. ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Kieferbruch, mehrere ausgeschlagene Zähne und Schnittverletzungen im Gesicht. Sie wurde in ein Münchner Krankenhaus eingeliefert. 

Der ebenfalls im Fahrzeug befindliche Rettungssanitäter wurde durch umherfliegende Glassplitter am Auge verletzt. Beide Heranwachsenden flüchteten nach der Tat, konnten jedoch durch umgehend alarmierte Polizeibeamte schnell im Rahmen der Fahndung noch in Tatortnähe festgenommen werden. Die beiden leisteten bei ihrer Festnahme Widerstand. Der 17-jährige Äthiopier wurde nach der polizeilichen Sachbearbeitung entlassen. Der 20-jährige Haupttäter wurde in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München gebracht. Die Staatsanwaltschaft beantragte am heutigen Tag Haftbefehl, dieser wurde vom zuständigen Haftrichter erlassen.

Pressemeldung Polizeipräsidium München

Erstmeldung:

Wie sich jetzt herausgestellt hat, handelte es sich bei den zwei Jugendlichen um einen 17- und einen 20-jährigen Flüchtling. Die beiden wollten nach 20 Uhr das Jugendhaus betreten, mit einem Trolli voll Alkohol im Schlepptau. Die Betreuerin verwies die beiden auf das dort herrschende Alkoholverbot und rief eine Kollegin hinzu. Plötzlich attackierten die beiden Jungs die Frauen und entfernten sich dann.

Zur gleichen Zeit befanden sich auch Rettungsdienstkräfte der Feuerwehr Ottobrunn und des Krankenhauses Neuperlach an der Nähe gelegenen Hanns-Seidel-Haus, um dort einer Person, mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu helfen, berichtet Merkur.de. Doch dann griff der 20-Jährige an: er warf eine volle Whiskey-Flasche aus knapp eineinhalb Metern Entfernung auf die Seitenscheibe des Notarztfahrzeuges. Die Flasche flog durch die Scheibe und schlug einer Notärztin mehrere Zähne aus. Durch die Flasche erlitt sie zudem einen Kieferbruch, ein Schädel-Hirn-Trauma und Schnittverletzungen.

Der Täter konnte kurz darauf von der Polizei aufgegriffen werden. Er wurde festgenommen und wird am Samstag dem Haftrichter vorgeführt.

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