500 Euro Parkgebühr im Kaisertal

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Kufstein - So schnell kann's gehen. Ein Traunreuter weigerte sich eine Bearbeitungsgebühr von 8 Euro zu zahlen. Jetzt sind es schon 500 Euro: "ein Hexentreiben auf Touristen"?

Rudolf F. aus Traunreut ist sauer. Sauer, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Und sauer, weil seine Beschwerden kein Gehör finden.

Aber zuerst einmal die Geschichte. Rudolf F. ist ein begeisterter Berggänger. Und speziell das Kaisertal hat es dem Wanderer angetan. Deshalb hat er sich in der Gegend sogar eine Ferienwohnung zugelegt.

Im April letzten Jahres wollte der Traunreuter wieder einmal im Kaisertal zum Wandern aufbrechen. Und weil er gerne früh aufsteht, ging es schon um 6.30 Uhr los. Wie immer stellte er sich mit seinem Auto an die Straße, vor eine ehemalige Disco.

Der Parkplatz ist Privatgrund und wird von einer anliegenden Gaststätte verwaltet. Da um diese Uhrzeit allerdings noch niemand im Lokal anzutreffen war, ging Rudolf F. einfach los zum Zandern. Ohne die Parkgebühr von 2 Euro zu bezahlen.

Und da beginnt der Streit

Als der Traunreuter am Nachmittag von seiner Wanderung zurückkommt, findet er einen Parkschein an seine Windschutzscheibe geheftet. Darauf steht die Parkgebühr von 2 Euro und die Forderung über eine "Bearbeitungsgebühr" von 8 Euro.

Rudolf F. verstand nicht, dass er eine Bearbeitungsgebühr zu bezahlen hat. Schließlich war es auch nicht sein Fehler gewesen. In der Früh war ja schlichtweg niemand da, bei dem er die Parkgebühr hätte bezahlen können.

Also marschiert er kurzerhand in die Gaststätte, um die Parkgebühr zu zahlen. Aber nicht eine "willkürlich geforderte Bearbeitungsgebühr", wie Rudolf F. meinte. "Da man allerdings ohne Angabe von Gründen auf der Bezahlung sowohl der Parkgebühr als auch der Bearbeitungsgebühr bestand und die Annahme der Parkgebühr ablehnte, ging ich unverrichteter Dinde weg", berichtet der Traunreuter.

Rosenheim24 konnte bis jetzt die Gastwirtin noch nicht für eine Stellungnahme erreichen.

Ungefähr ein halbes Jahr später kam dann der Schock für Rudolf F. Er fand in seinem Briefkasten ein Schreiben eines Kufsteiner Anwalts. "In dem verlangte die Pächterin des Parkplatzes weitere Bearbeitungsgebühren und Rechtsanwaltskosten von mehreren hundert Euro", sagt Rudolf F. Der Traunsteiner traute seinen Augen nicht.

Er wies die Forderungen, bis auf die Parkgebühr, als unberechtigt zurück: "Dafür gab es meiner Meinung nach keine Anspruchsgrundlage. Ebenso habe ich keine Auskunft der Pächterin erhalten, wie ich mich richtig hätte verhalten sollen. Der Parkplatz war nicht abgesperrt, sondern offen zugänglich."

Rudolf F. musste danach allerdings feststellen, dass "sich daraus ein Gerichtsverfahren beim Bezirksgericht Kufstein entwickelt hat. Die Gerichts- und Anwaltskosten belaufen sich mittlerweile auf ungefähr 500 Euro." 

Eine der wahrscheinlich höchsten Parkgebühren der Welt. "Man bekommt den Eindruck, dass hier ein Hexentreiben auf Touristen veranstaltet wird", meinte Rudolf F. zu den Vorfällen.

Der Traunreuter wandte sich jetzt an den Bürgermeister von Ebbs. Der kann in dem Fall aber auch nicht viel ausrichten, weil der Parkplatz Privatgrund ist. Anton Geisler, Amtsleiter in Ebbs meinte: "Unser Bürgermeister kann nur bei dem Gastwirt anrufen und ein gutes Wort einlegen. Aber ich habe bei solchen Fällen die Erfahrung gemacht, dass keiner der Parteien auch nur 1 Milimeter nachgibt. Wenn erst einmal Anwälte im Spiel sind, wird es teuer."

Rosenheim24 beobachtet, wie sich die Sache weiter entwickeln wird.

Patrick Steinke

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