Brutaler Angriff in Berchtesgaden im Sommer 2016

Exfreundin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt: Opfer hat noch immer Angststörungen

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Ein Foto des Angeklagten aus dem Prozess vor dem Landgericht Traunstein im März 2017.

Passau/Berchtesgaden - Vor dem Landgericht Passau muss sich ab Mittwoch (11. März) ein 50-jähriger Mann verantworten. Er soll im Sommer 2016 versucht haben, seine Ex-Freundin in deren Wohnung in Berchtesgaden zu töten. Die ersten zwei Urteile gegen den Mann wurden aufgehoben. 

Update, Donnerstag (13. März): Opfer leidet noch immer unter Angststörungen

Ein 50-jähriger Schönauer muss sich derzeit vor dem Landgericht Passau verantworten. Ihm wird versuchter Mord an seiner ehemaligen Lebensgefährtin im Sommer 2016 vorgeworfen. 


Zu Prozessbeginn am Mittwoch ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger den Tathergang schildern. Laut der Aussage habe ihm seine Exfreundin nach der Trennung Geld geschuldet, er wollte sie zur Rede. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk vom ersten Prozesstag in Passau. Der Angeklagte sei wie im Tunnel gewesen; dass er sie gewürgt habe, hätte er erst dank der Nachbarin gemerkt. Der Mann entschuldigte sich bei seiner Ex-Freundin.

Dem Bericht zufolge ist der 50-Jährige seit einem Jahr auf freiem Fuß. Nachdem er zwei Jahre und fünf Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte und immer noch kein rechtskräftiges Urteil gesprochen war, wurde er entlassen. Seitdem arbeitet er wieder und zahlt dem Opfer monatlich 250 Euro als Entschädigung. Das Opfer schilderte vor Gericht den Vorfall: Der Angeklagte habe sie an den Haaren gezogen, zu Boden gedrückt und gewürgt. Erst nachdem die Nachbarin massiv gegen den Mann vorgegangen war, habe er von ihr abgelassen. Sie leide auch heute noch unter Schlaf- und Angststörungen.


Wie der Verteidiger des Angeklagten dem BR sagte, hoffe er auf eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Urteil soll am 18. März gesprochen werden.

Vorbericht, Mittwoch (12. März): Fall zum dritten Mal vor Gericht

Am Mittwoch beginnt das Verfahren gegen einen heute 50-Jährigen aus dem Landkreis Berchtesgadener Land. Dem Schönauer wird versuchter Mord an seiner ehemaligen Lebensgefährtin vorgeworfen. Im Sommer 2016 soll der Angeklagte, nachdem seine Exfreundin in deren Wohnung in Berchtesgaden zu töten. Die Frau hatte kurz zuvor die Beziehung zu ihm beendet. 

Versuchter Mord in Berchtesgaden wird zum dritten Mal verhandelt

Mit dem am Mittwoch beginnenden Prozess wird dieser Fall zum dritten Mal verhandelt. Bereits zweimal hatte sich das Landgericht Traunstein damit befasst. Beim ersten Prozess war der Angeklagte unter anderem wegen versuchten Totschlags zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Dieses Urteil wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben und an eine andere Strafkammer des Landgerichts Traunstein zurückverwiesen.

Diese Kammer verurteilte den Mann erneut zu vier Jahren und drei Monaten Haft - diesmal aber unter anderem wegen versuchten Mordes. Auch dieses Urteil wurde vom Bundesgerichtshof aufgehoben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung nunmehr an eine Strafkammer des Landgerichts Passau verwiesen. Der BGH ist frei in seiner Entscheidung, welchem Gericht er Revisionsfälle zuweist.

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Bei der Tat im Sommer 2016 soll er sich Zutritt zu der Wohnung der Exfreundin in Berchtesgaden verschafft haben, dort verschiedene Gegenstände beschädigt haben und dann die Geschädigte im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Trotz des Eingreifens einer hinzueilenden Nachbarin soll der Angeklagte nunmehr die Geschädigte an den Haaren in die Luft gerissen und letztlich wieder gewürgt haben. Erst nachdem die Nachbarin nochmals massiv gegen den Mann vorging, ließ er von seinem Opfer ab. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Tatmehrheit mit Sachbeschädigung und versuchter Körperverletzung (zulasten der Nachbarin) in Tateinheit mit Nötigung vor. Sie sieht das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt.  

Für den nunmehr dritten Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt (11., 12. und 18. März 2020). Insgesamt sind 14 Zeugen und zwei Sachverständige geladen.

mh/Pressemitteilung Landgericht Passau

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