Urteil zu brutalem Angriff in Berchtesgaden gefallen

Ex-Freundin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt: Kein Mordversuch

Ein Foto des Angeklagten aus dem Prozess vor dem Landgericht Traunstein im März 2017.
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Ein Foto des Angeklagten aus dem Prozess vor dem Landgericht Traunstein im März 2017.

Passau/Berchtesgaden - Das Landgericht Passau hat am Mittwoch, den 18. März, das Urteil im Verfahren wegen versuchten Mordes in Berchtesgaden verkündet. Es ist bereits das dritte Urteil gegen den Angeklagten, nachdem die ersten zwei aufgehoben wurden. Der Angeklagte hatte im Sommer 2016 seine ehemalige Freundin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt.

„Der Angeklagte wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben auf Rechtsmittel verzichtet“, heißt es in der Pressemitteilung des Landgerichts Passau.

Das Schwurgericht sei zu der Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte freiwillig von einem versuchten Tötungsdelikt zurückgetreten ist. Nach den Feststellungen des Schwurgerichts habe der Angeklagte nach seiner Vorstellung noch nicht alles Erforderliche unternommen, um die Tötung der Geschädigten zu vollenden. Sich dessen bewusst, habe er freiwillig die weitere Tatausführung aufgegeben.

Dem Schönauer wurde versuchter Mord an seiner ehemaligen Lebensgefährtin vorgeworfen. Im Sommer 2016 hat der heute 50-jähriger Mann aus dem Landkreis Berchtesgadener Land, nachdem seine Ex-Freundin die Beziehung zu ihm beendet hat, in deren Wohnung in Berchtesgaden attackiert.

Nachbarin kein Hindernis

Ein wichtiger Punkt für die Urteilsbegründung sei auch die helfende Nachbarin gewesen, die bei der Tat im Jahr 2016 der Geschädigten zur Hilfe kam und für ihren Einsatz für den XY-Preis nominiert wurde. Das Gericht sei zur Überzeugung gekommen, dass die helfende Frau „kein Hindernis für die weitere Tatausführung darstellte“. Auch sei der Angeklagte bereits entdeckt gewesen, so dass Angst vor Entdeckung nicht zur Aufgabe der weiteren Tatausführung führte.

Daraus folgte, dass der Angeklagte hinsichtlich „des versuchten Tötungsdelikts straflos bleibt“. Weil der Angeklagte im Affekt gehandelt und zudem mit der Geschädigten einen Täter-Opfer-Ausgleich durchgeführt habe, ging das Schwurgericht von einem minderschweren Fall aus. Der Angeklagte zahlt dem Opfer 250 Euro monatlich.

Nachdem der 50-Jährige zwei Jahre und fünf Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte und immer noch kein rechtskräftiges Urteil gesprochen war, wurde er vor rund einem Jahr entlassen.

jz

Quelle: BGland24.de

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