Grenzkontrolle, Einreisebeschränkungen - Pendler haben es nicht leicht

Pendlerüberblick: So viele Menschen aus dem Ausland arbeiten in unserer Region

Grenze zu Österreich: Risikogebiet das gilt jetzt
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Es gelten derzeit strenge Einreisekontrollen an der Grenze durch die Deutsche Bundespolizei.

Gerade Grenzpendler sind von den neuen Einreiseregelungen, die wegen Corona eingeführt wurden, besonders betroffen. Kommt man aus Tirol, darf man beispielsweise gar nicht mehr einreisen, wenn man keinen systemrelevanten Beruf ausübt. Doch wie viele Grenzpendler arbeiten eigentlich in unserer Region?

Landkreis - Aktuell dürfen aus Virusmutationsgebieten – neben Tirol fallen darunter auch Tschechien und die Slowakei – nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es etwa für Lkw-Fahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen eine elektronische Einreiseanmeldung und einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die aktuelle Novelle der Einreiseverordnung bringt mit sich, dass lokale Behörden (Kreisverwaltung) im Einvernehmen mit der zuständigen Regierung auch über den Einzelfall hinausgehende Ausnahmen für die Einreise erteilen können, „soweit dies aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist“. Deutschland verlängerte die stationären Kontrollen am 17. März um weitere zwei Wochen.

So viele Menschen pendeln in unsere Region

Die Einreise aus dem Österreichischen Bundesland Salzburg, das noch nicht als Virusmutationsgebiet zählt, ist da einfacher. Für Grenzpendler fällt nämlich die Testpflicht weg. Allerdings nur auf deutscher Seite. Wer wieder zurück nach Österreich will, braucht einen Test. Wie viele Menschen sind in unserer Region überhaupt Pendler? Eine kleine Anfrage an die Bayerische Staatsregierung gibt Informationen über grenzüberschreitende Einpendler. Wir haben diese für unsere Grenzregionen zusammengefasst.

Demnach gibt es im Landkreis Berchtesgadener Land die meisten Einpendler aus dem Ausland. Am wenigsten Arbeitnehmer pendeln in den Landkreis Traunstein. Generell kann man aber im Vergleich von 2002 bis 2019 sagen, dass die Pendleranzahl außer im Landkreis Altötting leicht zurück geht.

LandkreisAnteil der Einpendler aus dem Ausland in Prozent
20022019
Landkreis Altötting1,71,8
Landkreis Berchtesgadener Land3,63,3
Landkreis Rosenheim 1,81,1
Landkreis Traunstein1,71

Im Landkreis Altötting pendeln die meisten Menschen aus dem Ausland nach Mehring (14,2 Prozent) und Burghausen (9,3 Prozent). Im Landkreis Berchtesgadener Land sind die Städte Freilassing (6,9 Prozent) und Laufen (6,3 Prozent) am gefragtesten. Im Landkreis Rosenheim sind vor allem die Grenzgemeinden Kiefersfelden (13,6 Prozent) und Oberaudorf (9,5 Prozent) beliebt. Im Landkreis Traunstein pendeln die meisten Menschen nach Reit im Winkl (9,1 Prozent) und Tittmoning (7,6 Prozent).

Kritik an Einreisebeschränkungen

Bei der Wirtschaftskammer Tirol in Kufstein sparte Spediteur Georg Dettendorfer, der dort als Gastredner auftrat, kürzlich nicht mit Kritik. „Die Bürokratie beim Grenzübertritt“, so klagte der Vizepräsident der IHK München-Oberbayern, „ist mittlerweile unüberwindbar“. Die Güterbeförderung werde immer schwieriger, sagte der Spediteur aus Nußdorf am Inn. „Wir machen teilweise Umwege über die Schweiz.“ Auch die DGB Bayern und der Österreichische Gewerkschaftsbund fordern: „Öffnet die Grenzen“.

Auch Tiroler Arbeitnehmer mit Job in Bayern haben’s schwer. Bei der Firma TST Logistik aus Kiefersfelden ist rund ein Drittel der Belegschaft Grenzpendler. „Ich kann mich kaum noch auf meine wesentlichen Geschäftsführertätigkeiten konzentrieren, da es ständig neue Regelungen gibt, für die ich irgendetwas organisieren muss“, sagte Geschäftsführer Thomas Steinmetz gegenüber rosenheim24.de.

Die Wirtschaftskammern in München und Kufstein haben in Abständen von nur wenigen Tagen Erhebungen vorgelegt, die fast zu identischen Resultaten kommen. 62 Prozent der Tiroler Unternehmen klagen über Einschränkungen beruflicher Reisen. 28 Prozent der Firmen haben Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent. 

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