Traktorattacke, Morddrohungen, Chemikalien - und ein Video

"Bauernkrieg" in Pfaffenhofen an der Ilm: Hier tobt ein skuriller Streit!

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Ein Mann, offenbar der Landwirt, schlägt mit einem Stock mehrmals auf den Kopf und den Körper des Tieres ein.
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Pfaffenhofen an der Ilm - Im kleinen Städtchen Pfaffenhofen an der Ilm, etwa auf halber Strecke zwischen München und Ingolstadt gelegen, ist ein regelrechter "Bauernkrieg" ausgebrochen. Was steckt dahinter?

Ein Video, das inzwischen wieder aus dem Internet entfernt worden ist, sorgte in den vergangenen Tagen für große Aufruhr. Es zeigt eine Kuh, welche mit verbundenen Augen in einer Vorrichtung steht. Ihr sollen die Klauen gepflegt werden und dafür wurde das Tier fixiert. Da die Kuh offenbar nicht richtig steht, schlug ein Mann, offenbar der Landwirt, mit einem Stock mehrmals auf den Kopf und den Körper des Tieres ein. Selbst als die Kuh zusammenbricht, gehen die Misshandlungen weiter. Vermutlich soll sie damit zum Aufstehen bewegt werden. 

Das mittlerweile gelöschte Video wurde von der Tierschutzorganisation PETA auf Facebook veröffentlicht. Diese hat wegen dem Video eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt gegen den angeblich betroffenen Bauern aus Pfaffenhofen gestellt. Pikant dabei ist, dass es sich bei dem Mann um ein Vorstandsmitglied des Pfaffenhofener Kreisverbands im Bayerischen Bauernverband (BBV) handeln soll.

Der BBV hat mittlerweile auch ein Statement zu dem Clip abgegeben. Auf Facebook heißt es: "Sobald eindeutige Erkenntnisse vorliegen, müssen die nötigen Konsequenzen gezogen werden."  Allerdings weist der Verband auch explizit darauf hin, dass die Aufnahmen illegal entstanden seien und durch den Zusammenschnitt ein verzerrtes Bild entstehe. Die Verstöße gegen das Tierschutzrecht werden dadurch jedoch nicht entschuldigt

Krieg im Dorf schwelt schon viel länger

Doch der "Krieg" im Dorf schwelt schon viel länger: Wie die Bild-Zeitung berichtet, war das Video - der Anzeigte hält seinen ungeliebten Nachbarn für den Filmemacher - nur die (bisher) letzte Episode eines skurrilen Streites. Seit rund sechs Jahren sollen die beiden Bauern total auf Kriegsfuß stehen

Es gab gegenseitige Anzeigen und angeblich sogar Morddrohungen. Außerdem soll der eine auf den anderen mit der Mistgabel losgegangen sein und ein anderes Mal wollte einer den anderen angeblich mit dem Traktor an- oder überfahren. Und vor kurzem soll einer der beiden den anderen beim zuständigen Landratsamt "angeschwärzt" haben. Sein Nachbar würde in einem Schuppen angeblich gefährliche Chemikalien lagern, hieß es. 

Wie lange die Streitigkeit zwischen den Bauern noch anhält, ist ungewiss. Sicher ist aber, dass PETA ein Tierhalteverbot für den mutmaßlichen Tierquäler fordern wird.

jg/mw

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