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Phänomen Königssee: Warum er nicht friert

Schönau am Königssee - Während die meisten Seen in der Region schon mit einer geschlossenen Eisschicht locken, wehrt sich der Königssee tapfer gegen die Decke.

"Das kann ich Ihnen verraten, warum das so ist", lächelt Michael Schwaiger, der Gemeindearchivar der Gemeinde Schönau am Königssee. "Das weiß ich von meinen Eltern und meinem Großvater." Sie seien alle beim Forst tätig gewesen und somit auch im Winter oft in St. Bartholomä.

Normal kommen die Förster und Jäger mit einem Boot über den Königssee - und, alle sieben, acht Jahre, wenn das Naturphänomen Königssee zuschlägt, sogar mit dem Auto. "Ich bin 1996 mit den Jägern mitgefahren", erzählt Schwaiger im BGLand24-Interview. "Da muss die Eisdecke aber mindestens bis zu 15 Zentimeter haben."

Derzeit ist nur das Ufer des Sees angefroren und die Eisschicht wird schon weniger. "Eine massive Kälte von minus zehn, - 14, - 15, - 16 Grad ist nicht greifbar", weiß der Saletalm-Wirt. "Damit er rascher zufriert, braucht es eine Kälte von vier bis sechs Minusgraden." Das liegt an den Ausdünstungen, die der 196 Meter tiefe See hat. "Solange er ausdunstet liegt eine leichte Nebelschicht über dem Wasser, deshalb kann er nicht frieren."

Dass sich das jetzt, da die Temperaturen milder geworden sind, noch ändert, glaubt Schwaiger nicht. Es müsste deutlich mehr schneien, der See müsse ruhig sein und ausgedünstet.

cz

Rubriklistenbild: © cz

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