Geldautomaten-Betrug: Erste Täter gefasst

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Dieser tatverdächtige wird noch gesucht.

Piding/Grabenstätt/Rohrdorf - Im April begann beim LKA die Fahndung nach Betrügern, die in der Region mehrere Geldautomaten manipuliert hatten. Jetzt gab es die ersten Festnahmen

Am Samstag, den 15. Juni, konnten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim einen gesuchten Tatverdächtigen von Geldautomatenmanipulationen festnehmen.

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Traunstein haben Anfang April die Ermittlungen in verschiedenen Fällen von manipulierten Geldautomaten (sogenanntes Skimming) in Bankfilialen in Piding, Grabenstätt und Rohrdorf übernommen.

Durch die Überwachungskameras der Banken konnten bereits im Februar mehrere Personen aufgezeichnet werden, die das entsprechende Skimming-Equipment installierten. Hierzu betraten die unbekannten Männer zu nächtlicher Zeit die Bank, schauten sich um und befestigten eine Art „Rauchmelder“, präpariert mit einer Kamera an der Decke über dem Eingabefeld des Geldautomaten. Am Kartenschacht wurde ein Aufsatzleser angebracht, um die EC-Karten-Daten zu kopieren. Durch verschiedene Geschädigte im Landkreis Traunstein wurden im März Anzeigen wegen unberechtigter Barabhebungen in Lima (Peru) erstattet.

Das Bayerische Landeskriminalamt veröffentlichte daraufhin im April Fahndungsbilder der gesuchten Tatverdächtigen. Beamte der Polizeiinspektion Fahndung kontrollierten nun ein Fahrzeug, das mit zwei Personen besetzt war, auf dem Parkplatz Eulenauer Filz auf der A8 in Fahrtrichtung Salzburg. Dabei wurden zwei Kartenrohlinge mit Zahlungskartendaten, sogenannte White-Plastics, ein Aufsatzleser und zwei Rauchmelder mit Videotechnik, versteckt im Ford Mondeo, aufgefunden. Im Laufe der weiteren Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass ein Tatverdächtiger vermutlich mit einer per Öffentlichkeitsfahndung gesuchten Person identisch ist. Es handelt sich hierbei um die Bilder, die während der Tatbegehung im März 2013 in Grabenstätt gefertigt werden konnten.

Der Begleiter legte daraufhin ein vollumfängliches Geständnis ab. Der Gruppierung, zu der beide Tatverdächtigen gehören sollen, wird vorgeworfen, für weitere Taten der letzten sechs Monate in ganz Bayern verantwortlich zu sein. Auch Zusammenhänge mit Taten in Österreich werden derzeit geprüft.

Schadenshöhe der Manipulation bereits bei 100.000 Euro

Die Schadenshöhe der bisher im Raum stehenden Manipulationen übersteigt bereits zum jetzigen Zeitpunkt 100.000 Euro.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein wurden vom Amtsgericht Rosenheim Untersuchungshaftbefehle erlassen. Ein zweiter Tatverdächtiger der Manipulationen aus dem März 2013 wird weiterhin vom Bayerischen Landeskriminalamt per Öffentlichkeitsfahndung gesucht.

Pressemeldung Bayerisches Kriminalamt

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