Spendenaktion in Pittenhart ins Leben gerufen

Drohne soll Rehkitze in der Region vor dem Tod retten

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Tierschützerin Dagmar Seidenbecher steuert eine Drohne über einem Feld bei Gera. Das könnte bald auch auch in Pittenhart möglich sein.
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Pittenhart - Jedes Jahr werden Zehntausende Rehkitze von landwirtschaftlichen Maschinen getötet oder verstümmelt. Eine Initiative in Pittenhart will nun etwas dagegen tun.

Jäger und Bauern im Raum Pittenhart haben eine Aktion gestartet, um möglichst viele Rehkitze zu retten. Grund: Immer wieder werden junge Rehe von den Maschinen der Landwirte erwischt und sterben einen qualvollen Tod.

Daher wollen die Initiatoren nun eine Drohne anschaffen, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. Diese soll im Sommer und Herbst über Wiesen und Felder fliegen. Wenn irgendwo ein Rehkitz versteckt im Gras oder Getreide liegt, kann das Tier rechtzeitig erkannt werden. Die Landwirte können dann mit ihren Maschinen einen großen Bogen um die Rehkitze machen.

Um die besagte Drohne zu finanzieren, haben die Initiatoren eine Spendenaktion gestartet. In den nächsten Wochen und Monaten sollen auf diese Weise 4.000 Euro gesammelt werden.

Mit diesen Worten wenden sich die Initiatoren an potenzielle Unterstützer:

"Hallo liebe Freunde, Bekannte und Unterstützer,

jedes Jahr sterben kleine Kitze beim Mähen auf dem Feld. Denn die Kleinen laufen bei Gefahr nicht weg, sondern ducken sich. Dagegen wollen wir - mein Mann, ich und die ansässigen Bauern - etwas tun.

Mit einer Drohne mit Wärmebildkamera möchten wir uns im Morgengrauen auf zu den Wiesen in Pittenhart und Umgebung machen, dort die Kitze suchen und - wenn wir eines finden - es vorsichtig in einer Kiste zum Waldrand bringen, damit die Mutter es auch wieder findet.

Eine Drohne mit dieser Kamera ist leider sehr teuer und wir wollen das ehrenamtlich machen. Daher hoffen wir auf eure Unterstützung. Gemeinsam können wir Leben retten.

Vielen lieben Dank!"

Rund 100.000 Fälle pro Jahr

Momentan ist gerade mal ein Prozent des Zieles erreicht. Zehn Euro sind gespendet worden. Spenden kann jeder ohne großen Aufwand, um Rehkitze auf den Feldern rund um Pittenhart zu retten.

Die Tierschutzorganisation Peta schätzt, dass in Deutschland etwa 100.000 Rehe jedes Jahr von landwirtschaftlichen Maschinen getötet werden. Um dies zu verhindern, helfen neben einer Drohne auch Duftzäune oder Infrarotsensoren sowie akustische Signale oder flatternde Bänder, um die Tiere zu verscheuchen.

Vor dem landwirtschaftlichen Maschinen flüchten die Rehkitze hingegen nicht. Grund dafür ist der sogenannten "Drückinstinkt", der dazu führt, dass Rehkitze sich bei Gefahr auf ihre Tarnung verlassen und bewegungslos auf den Boden verharren anstatt wegzulaufen. "Bei Fressfeinden ist diese Strategie überaus hilfreich – leider aber nicht gegen die großen Mähmaschinen", heißt es von Peta.

ksl

Quelle: chiemgau24.de

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