Pizzabäcker gesteht Schüsse auf Ex-Freundin

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Schweinfurt - Ein wegen Mordversuchs angeklagter Pizzabäcker hat am Mittwoch vor dem Landgericht Schweinfurt gestanden, mehrfach auf seine Ex-Freundin geschossen zu haben.

Der sichtlich angespannte Angeklagte berichtete der Kammer, er wollte in der Tatnacht im vorigen April nur mit der Frau sprechen. “Ich wollte sie zurück“, sagte der 43-Jährige. “Sie hat mich gesehen, hat sich umgedreht und ist weggelaufen.“ Damit sie stehenbleibt, habe er geschossen. “Ich habe nie daran gedacht, jemanden zu töten.“

Für Oberstaatsanwalt Rainer Gündert ist der Fall klar. Der Angeklagte habe nicht akzeptiert, “dass sich seine ehemalige Lebensgefährtin von ihm getrennt hatte“. Heimtückisch habe er die Friseurin töten wollen, dies sei versuchter Mord.

Der zweifache Vater berichtete zu Prozessauftakt mehrere Stunden von seinem bisherigen Leben. Mit zwei Frauen habe er je ein Kind gezeugt. Eifersucht, Gewalt, Alkoholexzesse und seine Spielsucht prägten die Beziehungen. Das Opfer hatte er 2005 in einer Spielhalle kennengelernt. “Ich hatte immer Angst, dass sie ein Verhältnis mit einem anderen hat“, sagte der Mann, der sich als eifersüchtig beschreibt.

Im Herbst 2009 kam die Trennung, er hatte wieder eine neue Freundin. Als das Opfer in den Gerichtssaal kam, kaute der Angeklagte nervös auf seinen Fingernägeln. “Ich bin einfach nur gerannt“, sagte die heute 25-Jährige über die Sekunden, als ihr Ex-Freund auf sie schoss. Nach der Tat flüchtete der Pizzabäcker in eine Bar und betrank sich. Er erzählte dem Wirt von den Schüssen, dieser rief die Polizei. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Der Prozess soll am Montag (17. Januar) fortgesetzt werden.

dpa

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